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Solingen: Von der Traditionsgaststätte ist nichts mehr übrig.

Feuerwehreinsatz : Wiesenkotten bis auf die Grundmauern abgebrannt

Eine Person wurde mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Experten der Polizei ermitteln Brandursache. Die Feuerwehr hatte äußerst schwierige Anfahrt im Waldgebiet zwischen Burg und Müngsten bewältigen.

Die guten Zeiten im Wald zwischen Unterburg und Müngsten hatte die Waldschänke Wiesenkotten schon lange hinter sich. Die durchaus vorhandene Hoffnung, dass die leerstehende Traditionsgaststätte wieder mit Leben gefüllt werden kann, hat sich allerdings am Freitagmorgen jäh zerstört: Der Wiesenkotten ist bis auf die Grundmauern abgebrannt, der Mieter des Hauses musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.

Er wurde mit einem Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr durch das hinter dem Wiesenkotten liegende Waldgebiet zur Burger Landstraße gebracht und dort dem bereitstehenden Rettungswagen mit Notarzt übergeben. Die Brandursache ist noch unklar, sie wird von Experten der Polizei nun ermittelt.

Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzender Carsten Voigt wurde am Freitag in der Frühe wie viele weitere Anwohner der Müngstener Straße in Unterburg durch das Großaufgebot der Feuerwehr hoch geschreckt. Gegen 6.37 Uhr waren die Einsatzkräfte von einem Radfahrer, der seine morgendlichen runden durch das Waldgebiet drehte, alarmiert worden. Auf schmalen, gerade einmal zwei Meter breiten Waldwegen musste sich die Feuerwehr den Weg zum Einsatzort bahnen. „Es ist traurig zu sehen, was mit dem Wiesenkotten geschehen ist, das tut einem in der Seele weh“, sagte Carsten Voigt mit Blick auf die einstige Waldschänke. Voigt lobte die Einsatzkräfte für die Hilfe.

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Vor allem Präzision war für die Fahrer der großen Feuerwehrautos zunächst gefragt, denn die äußerst beengte Zufahrt hin zum Wiesenkotten – der Wanderweg zwischen Burg und Müngstener Brücke – verlangte höchste Konzentration, zumal es auf der Fahrerseite auch stark abschüssig runter zur Wupper ging. „Als wir ankamen, muss das Gebäude bereits längere Zeit gebrannt haben“, so die Einschätzung von Feuerwehr-Chef Dr. Ottmar Müller im Gespräch mit unserer Redaktion.

Jedenfalls war das Gebäude zu großen Teilen schon eingestürzt und stand bei Eintreffen der Feuerwehrleute bereits im Vollbrand. Der Mieter des Hauses hatte zuvor noch mit einem Feuerlöscher versucht, die Flammen zu löschen – was aber nicht gelang. Wasser zum Löschen wurde aus den Tanklöschfahrzeugen sowie aus der Wupper genutzt, die direkt an der einstigen Waldschänke Wiesenkotten vorbei fließt.

Auch Stunden nach Einsatzbeginn loderten immer noch Glutnester aus dem Gebäude, von dem nur noch einige Grundmauern übriggeblieben sind. Völlig unversehrt zeigte sich dagegen der Biergarten der früheren Gaststätte, die auf halber Strecke zwischen Unterburg und Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke lag von Wanderern gerne auch zur Einkehr genutzt worden war. Über eine Brücke gelangt man zum Wiesenkotten, um von dort in den Brückenpark Müngsten zu gelangen. „Das Haus hatte eigentlich Potenzial“, meinte Carsten Voigt.

Jetzt liegt das Gebäude in Schutt und Asche. Daran konnte auch die Vielzahl der Einsatzkräfte aller drei Wachen der Solinger Berufsfeuerwehr nichts ändern. Auch die Freiwillige Feuerwehr war mit involviert. So besetzten die Löscheinheiten 3 (Mangenberg), 2 (Rupelrath) und 4 (Merscheid) sowie 7 (Wald) die Wachen der Berufsfeuerwehr in Ohligs, an der Katternberger Straße und am Frankfurter Damm. Die Löscheinheiten 5 (Böckerhof), 7 (Wald) und 8 (Burg) waren zudem unmittelbar mit am Brandeinsatz in Unterburg beteiligt. Zeitweise waren rund 50 Personen im Einsatz.