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Solingen: Vier Jahre Jugendstrafe für zwei Überfälle

23-jähriger Solinger vor Gericht : Vier Jahre Jugendstrafe für zwei Überfälle

Wegen Überfälle auf eine Gaststätte an der Vockerter Straße und auf einen Kiosk in Wuppertal wurde am Montag ein 23-Jähriger zu einer Jugendstrafe von vier Jahren verurteilt. Er hatte die Mittäter mit seinem Auto zu den Tatorten gefahren.

Waren die Überfälle auf eine Gaststätte und einen Kiosk die Idee des Angeklagten? So hatten es dessen bereits verurteilte Mittäter ausgesagt. Oder war der mittlerweile 23-Jährige ein Mitläufer, den man nur eingespannt hatte, um mit dessen Golf GTI zu den Überfällen in einer Gaststätte an Vockerter Straße und danach zu einem Kiosk in Wuppertal chauffiert zu werden?

Hinzu kam die Frage, ob für den zur Tatzeit im Februar 2018 noch Heranwachsenden das Jugendstrafrecht oder – wie von der Staatsanwaltschaft gefordert – doch schon das Erwachsenenstrafrecht gelten solle. Spätestens nach der Expertise des psychiatrischen Gutachters war allen Prozessbeteiligten klar: Der Angeklagte leidet unter einer erheblichen Reifeverzögerung. Die Gründe dafür lieferte der Sachverständige gleich mit: eine verwöhnende Erziehung. Im Falle des Angeklagten bedeutet das, dass er noch immer morgens vom Vater geweckt wird, um pünktlich zur Arbeit in dessen Firma zu erscheinen. Die Mutter kocht und putzt, der junge Mann logiert im Kinderzimmer mit Postern an den Wänden.

Für die jüngeren Mittäter, die zuvor bereits Schulen überfallen und mit „kriminellen Karrieren“ geprahlt haben sollen, sei der 23-Jährige die „Pussy“ gewesen, deren Fahrdienste man gerne in Anspruch nahm und die man auch noch zum Drahtzieher hatte machen wollen.