Solingen: Viele Beschäftigte müssen auswärts arbeiten.

Berufspendler : Solingen hat zu wenig Arbeitsplätze

Viele Menschen in der Klingenstadt müssen sich auswärts einen Arbeitsplatz suchen. Der Auspendler-Überschuss hat mit 8162 Personen einen hohen Wert. Dagegen hat Remscheid einen Einpendlerüberschuss von 4140.

Der Weg zur Arbeit beginnt für viele beschwerlich. Staus gehören am frühen Morgen zur Tagesordnung für die Berufspendler, und auch die abendliche Rückkehr vom Arbeitsplatz zur Wohnung verläuft mit Hindernissen. Denn auch in diesen Stunden ist das Verkehrsaufkommen hoch und erfordert Geduld. „Es sind einfach zu viele Menschen entweder mit Bussen, Bahnen oder aber mit Autos unterwegs“, sagt Martin Klebe. Der Chef der Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal hält es unter anderem aus ökologischen Gesichtspunkten natürlich für besser, wenn Menschen ihren Arbeitsplatz relativ nah zum Wohnort vorfinden.

Solingen hat indes eine starke Pendlerbewegung, weil es unter dem Strich einfach zu wenig Arbeitsplätze gibt. „Deshalb müssen solinger öfter auswärts ihren Arbeitsplatz suchen und anfahren als beispielswweise Remscheider“, sagt Martin Klebe.

Allein in die Städte des Kreises Mettmann pendeln nach Zahlen der Arbeitsagentur 7465 Solinger. Nach Düsseldorf fahren 4480 Menschen zur Arbeit, nach Wuppertal 3878, nach Köln sind es 2030, Unternehmen in Remscheid bieten 1680 Solingern einen Arbeitsplatz, der Rheinisch-Bergische-Kreis 1132. Aber unter anderem auch nach Leverkusen (847), den Rhein-Kreis Neuss (598), Essen (355) oder den Ennepe-Ruhr-Kreis (292) fahren Tag für Tag Pendler mit dem Auto oder der Bahn zur Arbeit.

Auf der anderen Seite kommen allerdings auch Personen von außerhalb zum Arbeiten in die Klingenstadt. Auch hier sind Menschen aus Städten des Kreises Mettmann an erster Stelle – 3905 Personen pendeln während der Arbeitstage nach Solingen ein. Aus Wuppertal kommen 3823 Beschäftigte, aus Remscheid sind es 1722, aus dem Rheinisch-Bergischen-Kreis 1518. Aber auch Düsseldorfer haben in der Klingenstadt eine Arbeitsstelle (1384 Personen), gefolgt von Leverkusenern (806) und Kölnern (720).

Unter dem Strich verbleibt allerdings ein hoher Auspendlerüberschuss von 8162 Menschen. Und Martin Klebe geht nicht davon aus, dass für diese Vielzahl von Personen in Solingen Arbeitsplätze geschaffen werden können. „Wir werden es nicht schaffen, das Pendlersaldo auszugleichen, frühere Arbeitsplatzverluste konnten nicht kompensiert werden“, erklärt der Chef der Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal.

Zwar konnten auch in Solingen in dere jüngsten Vergangenheit neue Arbeitsplätze geschaffen werden. So zählte die Agentur für Arbeit im vergangenen Jahr in Solingen 53.317 sozialversicherungspflichtigen Beschäftige. „Aber die Zuwächse an Arbeitsplätzen registrieren wir insgesamt im kleineren Maße und nicht im großen Stil“, betont Martin Klebe.