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Solingen: Verwaltung sucht neue Mitarbeiter viele Stellen offen

Solingen : Die Stadt sucht neue Mitarbeiter

Ruhestand, Fluktuation, Elternzeit, Krankheit: Die Stadt verliert bis 2027 rund 1600 Mitarbeiter. Binnen eineinhalb Jahren wurden jetzt 24 Beschäftigte zu Führungskräften weitergebildet. Auch Seiteneinsteiger sind willkommen.

Mehr als 200 Stellen sind aktuell bei der Stadtverwaltung unbesetzt. Es fehlen Erzieherinnen, Bauingenieure, Feuerwehrleute oder auch Mitarbeiter für das Jobcenter. "Es ist Bewegung in allen Branchen", sagt Rolf Bilo vom Stadtdienst Personal und Organisation und hier Abteilungsleiter Personalmanagement.

Mit Blick bis ins Jahr 2027 wird der Personalbedarf der Kernverwaltung und Tochtergesellschaften wie den Technischen Betrieben aber noch größer werden. Denn von den rund 2900 Beschäftigten werden aus den unterschiedlichsten Gründen rund 1600 Personalabgänge zu verzeichnen sein. Insbesondere, weil viele in den Ruhestand gehen. Von daher ist Handeln angesagt, das Personalmanagement stellt sich dieser Aufgabe gleichwohl nicht erst seit gestern. Erarbeitet wurde bereits eine strategische Personalbedarfsplanung. Ein erstes Papier mit einer Bestandsanalyse und Prognosen wurde der Politik bereits im Herbst vergangenen Jahres vorgelegt.

Allerdings zahlt die Wirtschaft in einigen Berufen weitaus besser als eine Stadtverwaltung. Bilo nennt beispielsweise den Bereich Bauingenieure oder -techniker: "Hat der Baubereich Hochkonjunktur, dann können junge Leute in Unternehmen deutlich mehr verdienen als bei uns."

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Der öffentliche Dienst kann zwar mit klaren Arbeitsbedingungen, Planungssicherheit oder auch mit einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf punkten. Allerdings sind die Gehälter in der freien Wirtschaft um rund 20 Prozent besser. "Einige wechseln dennoch zum Arbeitgeber Stadt, weil eben nicht immer Hochkonjunktur bei Baufirmen herrscht", weiß Rolf Bilo.

Scheiden Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung wegen des Alters oder aus anderen Gründen (Fluktuation, Krankheit, Elternzeit) aus, müssen sie ersetzt werden. In den nächsten Jahren räumen auch Führungskräfte ihren städtischen Schreibtisch, weil sie in den Ruhestand gehen. Grund genug, aus dem Mitarbeiterstamm heraus Führungskräfte zu rekrutieren.

Mehr als eineinhalb Jahre haben sich jetzt 24 Beschäftigte der Stadt Solingen an einem hausinternen Weiterbildungsprogramm beteiligt und mit den unterschiedlichsten Aspekten von Führung auseinandergesetzt, um sich für Herausforderungen des beruflichen Alltags in der Stadtverwaltung zu rüsten. "Wir bieten zwei Schulungsreihen an", sagt Rolf Bilo, "einer richtet sich speziell auch an Nachwuchsführungskräfte".

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in der Verwaltung bei gleichzeitigen völlig neuen und unbekannten Herausforderungen durch mobiles Arbeiten in einer digitalisierten Welt kämen gerade auf neue Führungskräfte immense Managementaufgaben zu. Wie führe ich typischerweise? Wie gehe ich mit ersten Anzeichen von Suchterkrankungen um? Wie organisiere ich mich selbst? Wie motiviere und fördere ich meine Mitarbeiter? - "diese und weitere Fragen wurden in acht Etappen bei der Weiterbildung in Theorie und Praxis, jeweils mit Bezug zum beruflichen Alltag, erörtert", sagt der Personalmanager.

Um neue Mitarbeiter für die Stadtverwaltung zu gewinnen, setzt die Stadt auch auf Seiteneinsteiger. Personen, die bereits über eine kaufmännische Ausbildung verfügen, werden binnen 14 Monaten fit gemacht für die kommunale Verwaltungsarbeit. Darüber hinaus verfolgt die Stadt auch eine Ausbildungsoffensive. "Durchschnittlich 50 Auszubildende stellen wir pro Jahrgang ein. Nicht nur für die klassischen Verwaltungsberufe, sondern auch für den gewerblich-technischen Bereich und für die Feuerwehr", erklärt Rolf Bilo.

Es gebe zwar derzeit noch ausreichend Bewerber, in den üblichen Testverfahren trenne sich dann aber die Spreu vom Weizen. Was den Abteilungsleiter aber wurmt: "Viele junge Menschen, die wir zum Test eingeladen haben, kommen gar nicht und nehmen so anderen zunächst einen Platz weg. Von daher ist es mitunter schwierig, alle Ausbildungsplätze zu besetzen."

(uwv)