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Solingen: Verbraucherschützer geben über 11.000 Menschen Rat

Bilanz der Solinger Beratungsstelle : Der Rat der Verbraucherschützer ist gefragt

Über 11.000 Menschen ließen sich 2018 beraten. Vorsicht ist geboten beim Online-Shoppen und bei Glücksspielen in Online-Kasinos.

Der Rat der Mitarbeiter der Verbraucherzentrale am Werwolf ist weiter gefragt: 11.105 Menschen nahmen im vergangenen Jahr Beratungsleistungen in Anspruch. Das waren gegenüber 2017 zwar gut sechs Prozent weniger, „allerdings haben sich die Internetzugriffe auf die Seiten der Beratungsstelle verdreifacht“, erklärt Dagmar Blum. Die Leiterin der Solinger Beratungsstelle spricht hier von insgesamt 8627 Zugriffen.

Rund 6700 Kontakte entfielen im Berichtsjahr 2018 der Verbraucherzentrale auf die allgemeine Beratung, davon vor allem auf die Schuldner- und Insolvenzberatung. Aber auch die Bildungsangebote der Einrichtung am Werwolf für Kindertagesstätten und Schulen, sind stark gestiegen, und zwar um elf Prozent. „Darüber freuen wir uns sehr, zumal viele Schulen mittlerweile von selbst auf uns zukommen“, sagt Blum.

Ohnehin scheint der Bereich Umwelt bei Schülern hoch im Kurs zu stehen. So klopfte beispielsweise die Schülervertretung des Gymnasiums August-Dicke-Schule bei der Verbraucherberatung zwecks Unterstützung bei einer Projektwoche zu Umweltthemen an. „Bei Umweltthemen verzeichnen wir eine Steigerung von 20 Prozent“, sagt Umweltberaterin Julia Ogiermann mit Blick auf 39 Klassen und Gruppen in Kindertagesstätten.

Themen seien hier unter anderem auch Abfallvermeidung, Ressourcenschutz oder auch die Frage, wie man die Lebensmittelverschwendung in den Griff bekommen kann, so Ogiermann. „Es geht hier aber auch um allgemeine Energieeinsparungen im Alltag“, ergänzt Energieberater Florian Bublies. Beispielsweise darum, ob warmes Wasser beim Zähneputzen permanent laufen muss.

Bei der Verbraucher-Rechtsberatung und Rechtsvertretung (1267 Beratungen in 2018) sind hier vor allem die Themen Telefon/Internet (31 Prozent), allgemeine Dienstleistungen (24 Prozent), Konsumgüter (16 Prozent), aber unter anderem auch Energie und Freizeit mit jeweils sechs Prozent schon Dauerbrenner. Bei Telefon/Internet sind es geplatzte Installationstermine, lange Wartezeiten, mangelhafte Kommunikation und Kooperation der Telekommunikationsanbieter – die Liste der Beschwerden ist lang, der Ärger der Verbraucher dementsprechend groß.

Aber auch bei Schlüsseldiensten hatten die Verbraucherberater einige gravierende Fälle im vergangenen Jahr. Undurchsichtige Rechnungen, satte Zuschläge – die Beschwerden über Schlüsseldienste nahmen zu. „Hier mussten Betroffene bis zu 1000 Euro für den Einsatz eines Schlüsseldienstes zahlen“, berichtet Dagmar Blum.

Zur Vorsicht rät sie auch bei neuen Online-Plattformen, hier würden sich oft versteckte Kostenfallen verbergen. Die Hoffnung auf den billigen Einkauf beim Online-Shoppen auf virtuellen Marktplätzen kann zum teuren Vergnügen werden. So hatte die Shopping-App „Wish“ laut Dagmar Blum zwar für Mode über Elektronik bis hin zur Deko fürs Heim zwischen 60 und 90 Prozent günstiger als im stationären Handel offeriert, doch das Ordern der billigen Produkte kam Kunden teuer zu stehen. So beschwerten sich Ratsuchende in der Beratungsstelle am Werwolf über überraschend in Rechnung gestellte Zollgebühren, Steuern und Versandkosten – zudem über minderwertige Qualität der Waren.

Auch Nutzer von Glücksspielen in Online-Kasinos haben das Nachsehen, wenn es um die Ausbezahlung von Geld beziehungsweise Gewinnen geht. Hier verweist die Leiterin der Beratungsstelle auf die sogenannten „digitalen Marktwächter“ der Verbraucherzentrale NRW oder Suchmaschinen, um sich vor der Nutzung entsprechender Portale zunächst umfassend zu informieren.