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Solingen: Unternehmen suchen händeringend Nachwuchs

Viele Lehrstellen in Solingen noch nicht besetzt : Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

In Solingen gibt es mehr Bewerber als freie Ausbildungsplätze. In Remscheid und Wuppertal dagegen mehr offene Lehrstellen. Die IHK rät Solinger Jugendlichen, sich auch in den bergischen Nachbarstädten umzusehen.

Vor wenigen Monaten zeichnete es sich bereits ab – der Ausbildungsmarkt hat sich seit Jahren erstmals gedreht: „Früher hatten wir einen Mangel an freien Ausbildungsstellen, jetzt einen Überhang“, sagt Carmen Bartl-Zorn. Die Leiterin des Bereichs Aus- und Weiterbildung der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht diese Variante zumindest in Remscheid und in Wuppertal erfüllt. In Solingen gibt es dagegen noch einen Bewerberüberhang (400) bei allerdings auch noch 289 freien Ausbildungsplätzen. Und das kurz vor dem Ausbildungsstart am 1. August beziehungsweise 1. September. „Der Markt ist aber noch in Bewegung, es tut sich jeden Tag etwas“, sagt Bartl-Zorn.

Abgelehnte Studienplatzbewerber sollten beispielsweise eine Alternative ins Auge fassen und beim Warten auf die Studienplatzvergabe einen Plan B entwickeln. „Allein in der IHK-Lehrstellenbörse sind derzeit noch knapp 200 Angebote enthalten“, sagt die IHK-Geschäftsführerin. Die Kreishandwerkerschaft und natürlich die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal haben ebenfalls noch jede Menge freie Lehrstellen. Ende Juni waren es im Städtedreieck zusammen noch knapp 1600.

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In Solingen bietet ein großes Unternehmen auch ein duales Studium der BWL an, aber auch Ausbildungen für Sport- und Fitness-Kaufleute, Industriekaufmann oder Fachinformatiker sind zu finden. In Remscheid werden vor allem noch junge Leute für Ausbildungen als Industriemechaniker oder unter anderem Fachinformatiker gesucht. „Noch unversorgte Solinger Bewerber sollten sich auch bei Firmen in Wuppertal oder Remscheid bewerben. Allein in Wuppertal waren Ende Juni noch insgesamt 1050 Ausbildungsplätze frei“, berichtet Carmen Bartl-Zorn.

Allerdings wäre es jetzt höchste Zeit für die Jugendlichen, sich auf den Weg zu machen und sich zu bewerben. „Die Unternehmen suchen händeringend nach Auszubildenden“, sagt die IHK-Geschäftsführerin und appelliert an die Jugendlichen, sich nicht nur im vermeintlichen Traumberuf eine Stelle zu suchen. „Wir sind sehr froh darüber, dass die Ausbildung zum Kaufmann im E-Commerce sehr gut eingeschlagen ist. Hier wird nun am Berufskolleg Barmen auch der Berufsschulunterricht standortnah sichergestellt“, berichtet die Ausbildungsexpertin.

Bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt, können die Unternehmen nicht ihre benötigten Fachkräfte ausbilden. Dabei wurde im Vorfeld viel unternommen, um Topf (Unternehmen) und Deckel (Ausbildungsbewerber) zusammenzubringen. Bei verschiedenen Ausbildungsbörsen in Solingen, Remscheid und Wuppertal stellten sich die Firmen ins Schaufenster. „Der jüngste Tag der Ausbildungschance im Technischen Berufskolleg Solingen war sehr erfolgreich. Selbst Bewerber aus Wuppertal und Remscheid waren vor Ort“, freut sich Carmen-Bartl-Zorn.

Aber insgesamt eben nicht genug, um möglichst alle freien Lehrstellen in Solingen und in den Nachbarstädten besetzen zu können. Bartl-Zorn rät dennoch allen noch nicht versorgten Jugendlichen, jetzt kurzfristig Kontakt mit den Unternehmen aufzunehmen und sich zu bewerben. Hilfe erfahren die Bewerber auch bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur, wenn es um die Bewerbung oder aber ausbildungsbegleitende Hilfen geht. „Die Unternehmen suchen nicht nur Abiturienten, sondern auch Schüler ohne Schulabschluss haben eine echte Chance“, sagt Katja Heck, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit.