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Solingen übernimmt Operationen für Düsseldorf

Streik an der Uni-Klinik : Solingen operiert für Düsseldorf

Der Arbeitskampf zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Düsseldorfer Uni-Klinikum hat auch Auswirkungen auf Solingen.

Das Städtischen Klinikum hat „einige Intensivpatienten und Operationen übernommen“, heißt es auf Nachfrage aus der Geschäftsleitung. Der Grund: In Düsseldorf mussten hunderte Operationen verschoben werden, weil die Klinikleitung nicht der Gewerkschaftsforderung nach mehr Pflegepersonal nachkommt. Die Zahl der von Düsseldorf nach Solingen überstellten Patienten betrage bislang aber noch nicht mehr als zehn Personen.

Angesichts der Situation in Düsseldorf hat auch die Kplus-Gruppe angeboten, insbesondere in der Solinger St. Lukas Klinik „onkologische Patienten diagnostisch, therapeutisch und operativ zu versorgen“, erklärt Klinik-Sprecherin Cerstin Tschirner. „Bislang sind noch keine Patienten aus der Uni-Klinik vorstellig geworden, die wegen des Streiks an der Uni-Klinik nicht behandelt werden konnten.“

Die Fronten zwischen den Streikparteien sind verhärtet, ein Ende des Arbeitskampfes ist noch nicht in Sicht. Ali Dogan, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender im Städtischem Klinikum, hat Verständnis für die Forderung der Gewerkschaft: „Grundsätzlich unterstützen wir die Forderungen der Verdi-Kollegen der Unikliniken Düsseldorf und Essen nach einem Tarifvertrag für Entlastung und mehr Personal“, so Dogan.

Selbst die Geschäftsleitung des Solinger Klinikums unterstützt die Forderung nach mehr Personal. Derzeit beschäftigt das Klinikum rund 1900 Mitarbeiter. Allerdings sei mehr Personal nicht finanzierbar, erklärt André Bretzke, Referent des Medizinischen Geschäftsführers: „Auch wir würden mehr  Pflegekräfte sehr begrüßen.“ Die  Krankenhausfinanzierung, die die Erlöse auch für den Bereich der Pflegekräfte festlege, lasse allerdings eine höhere Beschäftigungsquote nicht zu.

Nach Verdi-Angaben kommen in Deutschlands Kliniken rechnerisch im Durchschnitt zehn Patienten auf eine Pflegekraft. Sowohl das Städtische Klinikum als auch die St. Lukas Klinik wollen keine Angaben dazu machen, wie das Verhältnis in ihren Häusern ist.

„Auch bei uns wird immer wieder über einen Mehrbedarf an Pflegekräften gesprochen“, sagt Bretzke. „Wir begegnen diesen Forderungen mit Verbesserung von Arbeitsabläufen, unterstützenden Diensten aus den Servicebetrieben sowie dem Einsatz von Stationsassistenten, die die Pflegekräfte entlasten.“ Das Städtische Klinikum passe die Anzahl der Pflegekräfte regelmäßig neu dem Bedarf an.

In der Sankt Lukas Klinik arbeite man daran, die Pflegekräfte zu entlasten. „In der Vergangenheit wurden immer mehr Aufgaben an Mitarbeiter der Servicebetriebe übertragen“, sagt Cerstin Tschirner. Beispiele seien die Essensverteilung  und die Aufbereitung der Betten.