Halter in Solingen sind zur Vorsicht aufgerufen Tierschützer warnen vor Giftködern

Solingen · Erneut sollen ein oder mehrere Unbekannter in der Kleingartenanlage an der Gabelsbergerstraße Giftköder ausgelegt haben. Die Tierschutzorganisation Peta hat eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt.

Bereits im vergangenen Jahr sollen Katzen in der Solinger Kleingartenanlage wegen Gift verendet sein (Symbolfoto).

Bereits im vergangenen Jahr sollen Katzen in der Solinger Kleingartenanlage wegen Gift verendet sein (Symbolfoto).

Foto: dpa/Jens Kalaene

Die Tierschutzorganisation Peta warnt erneut vor Giftködern in der Kleingartenanlage an der Gabelsbergerstraße in Solingen. Katzenhasser sollen in der Anlage regelmäßig mit Gift präparierte Köder auslegen. „Seit Oktober vergangenen Jahres starben in der Anlage allein zehn Katzen durch Giftköder“, teilt Pressereferentin Stefanie Bacher mit. Wie Stefan Weiand, Sprecher des Polizeipräsidiums Wuppertal auf Nachfrage unserer Redaktion ausführt, seien im Mai nun erneut zwei vergiftete Katzen aufgefunden worden. Es sei unstrittig, dass es sich um Vergiftungen handelt, da die Tierleichen nah beieinander aufgefunden wurden. Eine Kleingartenbesitzerin habe in den Gärten zudem mehrere Nahrungsreste der Giftköder gefunden.

Das raten die Tierschützer

Die Tierschutzorganisation rät Katzenhaltern, ihre Tiere nicht mehr in der Kleingartenanlage freilaufen zu lassen, bis der Täter gefunden wurde. Die Polizei habe die Ermittlungen wieder aufgenommen.

Bereits im vergangenen Jahr soll es auf dem Vereinsgelände ähnliche Vorgänge gegeben haben, bei denen ebenfalls Katzen verendeten. Schon 2023 wurde daher Anzeige erstattet. Der Polizei gelang es jedoch nicht, „den oder die Verursacher zu ermitteln“, sagte noch Anfang Juni der Sprecher des Polizeipräsidiums Wuppertal, Stefan Weiand. „Ein Massenphänomen“ seien von Tierhassern ausgelegte Giftköder glücklicherweise nicht, so Weiand.

Belohnung ausgelobt

Um den Fall aufzuklären, setzt die Tierschutzorganisation Peta eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Menschen, die in den letzten Tagen etwas Verdächtiges beobachtet oder anderweitige Hinweise haben, werden gebeten, sich entweder bei der Polizei oder telefonisch unter 0711 8605910 oder per E-Mail unter info@peta.de bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

Tierhalter sollen sensibilisiert werden

„Wer auch immer die mutmaßlich mit Gift präparierten Köder ausgelegt hat, muss umgehend gestoppt werden, bevor weitere Katzen sterben müssen“, sagt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. „Derartige Täter oder Täterinnen zu überführen ist oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Deshalb kann es in solchen Fällen auf jeden noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen. Mit der Auslobung unserer Belohnung wollen wir die Aufklärung der Taten vorantreiben sowie Tierhalterinnen und Tierhalter für das Thema sensibilisieren und warnen.“

Das sollten Tierhalter bei einer Vergiftung tun

Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, blassen oder porzellanfarbenen Veränderungen an den Schleimhäuten, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell.

Hunde sollten beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

Tierquälerei – diese Strafen drohen

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Foto: Gemeinde/Gemeinde Weeze

„Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden“, betont Hoger. Die Tierschutzorganisation Peta setze regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Tatverantwortlichen zu helfen.