Solingen: Swingerclub-Grundstück steht zum Verkauf

Beverly-Fläche soll 128.000 Euro kosten : Swingerclub-Grundstück steht zum Verkauf

Das Grundstück wird für 128 000 Euro angeboten. Der Club wurde vorsätzlich angezündet, ist seitdem ein Schandfleck.

Im November 2014 war das Beverly in Unterburg trauriger Gegenstand des Stadtgesprächs. Nach einer Brandstiftung war der Swingerclub niedergebrannt. Seitdem erinnert nur noch die Ruine an die Tat und den früheren Sex-Treff neben dem heutigen Burger Busbahnhof. Dieser ist jetzt Namensgeber für ein Immobilien-Inserat: Als „Burger Bahnhof“ steht das Grundstück zum Verkauf. 128.000 Euro ruft der Makler auf.

Das Grundstück wird bewusst als für Gastronomie geeignet angepriesen. Damit erinnert die Immobilien Agentur Deutschland GmbH an die früheren Zeiten. Das Beverly erwarb sich einen überregionalen Ruf als Swingerclub. Makler Alexander Gossmann erklärt, es gebe viele Interessenten. Diese könnten sich die Nutzung des Grundstücks auch als Lagerhalle, Parkplatz für Wohnmobile oder als Industriebetrieb vorstellen. In der Annonce für das 1100 Quadratmeter große Grundstück heißt es, laut Bauvoranfrage bei der Stadt könne dort ein Gebäude mit einem Grundriss von 30 mal 35 Metern für gewerbliche Nutzung errichtet werden.

Im Mai 2015 begann vor dem Wuppertaler Landgericht der Prozess. In einem Geständnis räumte der Angeklagte ein, am Morgen des 9. Novembers 2014 das Etablissement angezündet zu haben. In seiner Eigentschaft als Veranstalter von Erotik-Partys hätten ihn die Beverly-Betreiber entgegen vorheriger mündlicher Absprache schlechter oder gar nicht bezahlt. Wütend habe er in Wermelskirchen einen Kanister Benzin gekauft, um später den Brand zu legen. Das Landgericht verurteilte den Täter zu neun Jahren Gefängnis. Der Bundesgerichtshof bestätigte im April 2016 das Urteil.

In Unterburg löste das Ende des Swingerclubs gespaltene Gefühle aus. Wirtschaftlich profitierten vor allem Gastronomen von der zahlungskräftigen Kundschaft. Dieses Lager wünscht sich den Swingerclub zurück.

Auch bei der Stadt kennt man das Inserat, bestätigte Stadtsprecher Thomas Kraft. Mit dem Satz „Grundsätzlich ist das Grundstück aufgrund seiner Lage in Burg aus stadtplanerischer Sicht nicht uninteressant“. Kraft verneint aktuelle Überlegungen der Verwaltung, das Grundstück selbst zu erwerben.

Das Gelände liegt in dem Teil von Unterburg, der entwickelt werden soll, um Burg zukunftsfähig zu gestalten, für Touristen interessant zu machen. In Unterburg beginnen in diesem Sommer umfangreiche Umbauten der Durchgangsstraße, um diese attraktiver zu machen.

Offenbar will man bei der Stadt die Marktbewegung rund um das Grundstück zunächst abwarten, bevor man selbst auf einen Erwerb spekuliert. Thomas Kraft erklärt deshalb: „Sollte die Stadt diese Absicht entwickeln, wären Bodenuntersuchungen durchzuführen, weil diese in einem solchen Fall grundsätzlich erfolgen.“ Damit spielt er auf Altlasten an, die auf dem Grundstück vermutet werden. Denn vor der Nutzung als Diskothek gab es auf dem Grundstück auch einen industriellen Nutzer.

(Boll)
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