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Solingen: Sturmtief "Ingnatz" sorgt für erheblichen Wirbel

Erste Unwetter-Bilanz für Solingen : Sturmtief sorgt für erheblichen Wirbel

Umgekippte Bäume und Straßenschilder, herab fallende Äste auf Oberleitungen von Bahn und Stadtwerken – Feuerwehr, Polizei und Stadtwerke hatten am Donnerstag wegen heftigen Windes etliche Einsätze.

Schon früh am Morgen wurde der für den gestrigen Donnerstag geplante Einbau des neuen Wasserrades am Wipperkotten abgesagt. Denn Sturmtief „Ignatz“ und dazu heftiger Regen ließen die erforderliche filigrane Arbeit zum Einbau des Wasserrades einfach nicht zu – obwohl im Vorfeld der Aktion schon erhebliche Vorarbeiten geleistet worden waren.

„Der Termin wurde wetterbedingt verschoben, der Transport zunächst abgesagt“, sagt Reinhard Schrage. Der Vorsitzende des Fördervereins Wipperkotten geht aber zuversichtlich davon aus, dass „in Kürze“ ein neuer Termin für den Schwerlasttransport anberaumt wird – und das neue Wasserrad dann eingebaut werden kann.

Derweil sorgte „Ignatz“ auch in der Klingenstadt für vielfältige Einsätze. Straßenschilder waren umgekippt und auf die Fahrbahn gefallen wie beispielsweise auf der Straße Am Neumarkt in der Innenstadt. Auf der Kölner Straße lag ein zuvor noch an einem Masten befindliches Wahlplakat, das ohnehin längst abgebaut gehörte.

 Wie an der Lützowstraße lagen auf vielen Straßen dicke abgebrochene Äste.
Wie an der Lützowstraße lagen auf vielen Straßen dicke abgebrochene Äste. Foto: Peter Meuter

„Wir haben zwischen 3 Uhr am frühen Morgen bis einschließlich 11 Uhr etwa 20 Einsätze in Solingen gehabt“, sagt ein Polizeisprecher. So waren Äste auf Gehwege gefallen, auf der L 74 in der Kohlfurth kippte am frühen Morgen um kurz nach 4 Uhr ein Baum auf die Fahrbahn und sorgte für eine Streckensperrung. Die Fauna hatte angesichts des Wetters am Donnerstag erst gar nicht für Besucher geöffnet.

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Auch der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Solingen (SWS) hatte im Laufe des Vormittags alle Hände voll zu tun, um die Folgen des ersten Herbststurms zu beseitigen. Mitarbeiter der SWS-Werkstatt mussten etliche dicke Äste aus den Oberleitungen beseitigen. Betroffen davon waren insbesondere die Linien 683 auf der Burger Landstraße – hier war ein Baum in die Oberleitung geraten –, die Linie 682 in Höhe der Haltestelle Röntgenstraße sowie die Linie 685 am Weyersberg.

Aber auch auf der Linie 681 im Bereich Bismarckstraße lief nicht alles reibungslos. Gegen 10 Uhr, erklärte Silke Rampe, Sprecherin des Verkehrsbetriebs, wurden am Schlagbaum alle Obus-Linien in Richtung Rathaus von der Oberleitung genommen und fuhren mit Hilfsmotor weiter. „Größere Beeinträchtigungen hatten wir zum Glück nicht zu verzeichnen.“

Sturmbedingte Einsätze im gesamten Solinger Stadtgebiet leistete die Feuerwehr. Die rund 40 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr wurden unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr Ohligs, Rupelrath, Böckerhof, Gräfrath und Burg, zudem von Mitarbeitern des städtischen Forstbetriebes. 40 Einsätze wurden der Leitstelle bis 11 Uhr über den Notruf 112 gemeldet. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 33 Einsätze abgearbeitet“, berichtet Pressesprecher Michael Pölcher.

Das Sturmtief sorgte für Windböen mit Windstärke 10 im Stadtgebiet. Dabei brachen große Äste ab, und einige Bäume stürzten um. „Es kam zu Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet. Schwerpunkte bildeten die Höhenlagen und der Stadtteil Ohligs“, berichtet die Feuerwehr. „Es waren für die Wetterlage die üblichen Einsätze – wir waren darauf vorbereitet“, sagte Christian von Egen, Abteilungsleiter bei der Feuerwehr.

Gleichwohl stellte die Deutsche Bahn den Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen ein. Die Linie S-Bahn 1 von Solingen Hauptbahnhof bis Dortmund war wegen „Gegenständen auf der Strecke“ ebenfalls beeinträchtigt, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. Zwischen Düsseldorf und Solingen fuhr die S1 deshalb temporär gar nicht. Zwei Busse waren im Einsatz, um Bahnfahrgäste von Düsseldorf beziehungsweise Solingen zu befördern. „Im Bereich Keusenhof liegt ein Ast auf einer Zuglok“, sagte Christian von Egen mit Blick auf Beeinträchtigungen bei der Deutschen Bahn.

Davon betroffen war aber auch die S-Bahn 7. In Höhe Schmalzgraben stoppte ein umgekippter Baum die Fahrt des „Müngsteners“ und sorgte für eine vorübergehende Sperrung der Bahnstrecke von Solingen über Remscheid nach Wuppertal.

Vom Sturm nicht verschont blieb auch Herbert Ferres, der im Juli schon stark vom Hochwasser betroffen war: Im Landhaus Ferres in Wupperhof laufen immer noch die Bautrockner. Am Donnerstag traf es ihn an der Eichenstraße, dem Sitz seines Kartoffelhandels: Ein dicker Ast eines Ahornbaumes brach ab und blockierte die Tür. Die kleingeschnittenen Äste füllten schnell einen Pkw-Anhänger.