Solingen: Streit über Schwimmzeiten in den Hallenbädern

Neues Hallenbad öffnet im April : Die Wasserflächen optimal nutzen

Im Klingenbad wird es auch nach Eröffnung des Hallenbades Vogelsang öffentliche Schwimmzeiten geben. Ein Kompromiss zwischen Vereinen, Schulen und öffentlichen Schwimmern soll im nächsten Sportausschuss festgezurrt werden.

Auf der Baustelle an der Focher Straße wird zügig gearbeitet. „Wir sind im Zeit- und im Kostenrahmen“, freut sich Dezernentin Dagmar Becker. Mit einem Sonderkreditprogramm in Höhe von neun Millionen Euro wurde zunächst das alte Hallenbad abgerissen, an gleicher Stelle an der Focher Straße wird nun ein neues Familienschwimmbad verwirklicht. Das soll voraussichtlich Mitte April – noch vor Ostern – eröffnet werden. Der Probebetrieb wird schon einige Wochen zuvor aufgenommen, damit am Eröffnungstag und danach alles glatt über die Bühne geht.

Derweil findet das öffentliche Schwimmen im Sportbad Klingenhalle statt. Zusammenrücken ist hier seit Monaten angesagt. „Das Sportbad steht vorrangig Schulen und Vereinen zur Verfügung“, bekräftigt Dagmar Becker. Gleichwohl hatte die Beigeordnete mit der Geschäftsführerin der Solinger Bädergesellschaft, Kirsten Olsen-Buchkremer, in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses zu Protokoll gegeben, auch in Zukunft öffentliche Schwimmzeiten im Sportbad Klingenhalle anzubieten.

„Wir bekommen täglich Briefe und Mails mit entsprechenden Wünschen von Schwimmern, die gerne weiter insbesondere im 50-Meter-Becken schwimmen wollen“, so Dagmar Becker. Von daher ist „im begrenzten Rahmen öffentliches Schwimmen“ auch nach der Eröffnung des neuen Familienbades in der Klingenhalle vorgesehen.

So jedenfalls das Vorhaben der Verwaltung. Grundsätzlich hatte sich dagegen Karen Leiding vom Solinger Sportbund ausgesprochen. Bereits einige Tage vor Weihnachten hatte Olsen-Buchkremer ein Gespräch mit dem Vorstand des Ortsverbandes Solinger Schwimmvereine (OSS) geführt, um auszuloten, welche Kapazitäten für öffentliches Schwimmen im Klingenbad vorhanden sind. „Wir haben Lösungsmöglichkeiten erörtert und sind auf einem guten Weg“, sagt Olsen-Buchkremer.

Sie ist wie Dagmar Becker davon überzeugt, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden. „Unser Ziel ist es, die Zeiten in den Schwimmhallen und auch in den Sporthallen zu optimieren, damit sie so gut es geht genutzt werden“, betont Dezernentin Dagmar Becker. Sie sieht im aktuellen Belegungsplan des Sportbades Klingenhalle „jeden Tag Lücken“, in denen die Wasserfläche nicht von Vereinen oder Schulen beansprucht wird. „Vor allem in den Mittagsstunden oder am frühen Nachmittag ist es durchaus möglich, im 50-Meter-Becken Bahnen für die Öffentlichkeit abzutrennen. Das Variobecken im Sportbad ist dagegen gut ausgelastet“, meint die Dezernentin für die Bereiche Jugend, Schule, Integration, Kultur und Sport. Sie ergänzt zuversichtlich: „Es wird einen guten Interessenausgleich bei den Schwimmzeiten geben“.

Öffentliches Schwimmen wird es morgens in der Klingenhalle von 6.30 bis 8 Uhr ohnehin weiter sechs Tage die Woche geben. Unter der Regie der Solinger Bädergesellschaft ziehen dort die Frühschwimmer ihre Bahnen. Auch Zeiten an den Wochenenden scheinen im 50-Meter-Becken unkritisch zu sein, sofern kein Wettkampf von Vereinen dem entgegensteht. Im Sportausschuss hatte die Bädergesellschaft vorgeschlagen, mittwochs und freitags der Öffentlichkeit zu bestimmten Stunden Einlass im Klingenbad zu gewähren. Konkret entschieden ist aber noch nichts.

Dem Einwand des Solinger Sportbundes, interessierte Schwimmer sollen die Breitensportangebote der Vereine nutzen, um auf der 50-Meter-Bahn zu trainieren, entgegnet Dagmar Becker: „Viele wollen sich nicht an einen Verein binden – und die von den Vereinen angebotenen Zeiten passen auch nicht immer.“

Bei der Entscheidung über die Verteilung der Schwimmzeiten in den beiden Bädern will aber auch die Politik ein Wörtchen mitreden. Zunächst tagt die kleine Kommission des Sportausschusses, am 13. Februar nächsten Jahres schließlich der Sportausschuss. Dagmar Becker kündigt für diese Sitzung an: „Hier wird eine Entscheidung getroffen“.