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Solingen: Stiftung überreicht Preis für vorbildliches Stadtgrün

Stiftung überreicht Preis : Das Solinger Straßengrün ist vorbildlich

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ zeichnete im Rahmen eines Bundeswettbewerbs die Klingenstadt mit 3000 Euro für das vorbildliche Straßengrün aus. Bürgerinnen und Bürger brachten Ideen und Wünsche ein.

„Naturnah. Grün. Bunt.“ Unter diesem Motto begann der Teilbetrieb Stadtgrün und Stadtbildpflege der Technischen Betriebe Solingen (TBS) vor fünf Jahren die Neuausrichtung und Qualitätssicherung des Straßengrüns in der Klingenstadt. Das Konzept sah mit Blick auf eine zukunftsorientierte Neuausrichtung vor, die Straßen je nach ihrer Funktion und Bedeutung unterschiedlichen Stufen zuzuordnen.

So wurde beispielsweise eine Pflanzenmischung aus Gehölzen und Stauden entwickelt und unter anderem rund um den Schlagbaum angesiedelt. Die überdies den Jahreszeiten und daraus abzuleitenden Gegebenheiten standhält und zeitgleich den Aspekt des Klimawandels berücksichtigt, erklären Norbert Motzfeld, Leiter des Teilbetriebs Stadtgrün und Stadtbildpflege, sowie Projektleiterin Melanie Wachenfeld-Schöpp.

Unterstützt wurden die Technischen Betriebe hier von den Universitäten Kassel und Ostwestfalen Lippe. Aber auch die Bürger wurden mit ins Boot geholt. Deren Wünsche, Anregungen und Ideen wurden 2017 unter dem Titel „Solingen redet mit“ bei Bürgerdialogen und -diskussionen berücksichtigt und umgesetzt. „Dieser Austausch war ein elementarer Beitrag zur Stärkung des Gemeinschaftssinns und zur Identitätsstiftung“, sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

Das alles zahlt sich jetzt auch in barer Münze aus. Denn Solingen wurde am Donnerstag für die vorbildliche Straßenbegrünung von der Stiftung „Lebendige Stadt“ im Rahmen eines Bundeswettbewerbes mit 3000 Euro ausgezeichnet. Stiftungsratsmitglied Garrelt Duin, früherer NRW-Wirtschaftsminister und aktuell Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Köln, überreichte am Theater symbolisch einen Scheck und hob insbesondere die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger hervor, die jetzt mit zur Preisvergabe geführt hätten und mit der Solingen punkten konnte. „Wir unterstützen Projekte, die den Lebenswert einer Stadt steigern“, so Garrelt Duin.

Rund 190.000 Quadratmeter Straßengrün gibt es im Stadtgebiet. Doch das war „überaltet und vegetationstechnisch am Limit“, sagt Norbert Motzfeld. Es bestand Handlungsbedarf. Einerseits sollte ab 2015 das Straßengrün umgestaltet und aufgewertet werden. Andererseits sollte weniger Pflegeaufwand betrieben werden. „Wir wollten etwas Neues und Buntes etablieren“, sagt Projektleiterin Melanie Wachenfeld-Schöpp.

So wurden ab 2015 neue Vegetationsformen gesucht und gefunden. Standortgerecht Mischpflanzungen wurden vorgenommen, auf Biodiversität und Artenvielfalt wurde geachtet. Überdies der Klimawandel berücksichtigt und Straßengrün gepflanzt, das auch weniger Wasser benötigt. „Das Konzept wurde sehr gut angenommen“, freut sich Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

Gut zehn Prozent der 190.000 Quadratmeter Fläche Straßengrün wurden in den vergangenen fünf Jahren umgewandelt. Und viele Bürger helfen dabei tatkräftig mit. 130 Patenschaften gibt es bereits. „Es geht uns darum, die Bevölkerung mitzunehmen und auch, um zum Umdenken anzuregen“, sagen Norbert Motzfeld und Melanie Wachenfeld-Schöpp. Zumal die neuen Vegetationsformen zunächst nicht jedermanns Sache waren.