Solingen: Stellenabbau bei Zwilling - Grund ist die Digitalisierung

Schneidwarenindustrie : Stellenabbau bei Zwilling

In Solingen fallen 42 Jobs weg. Grund ist die Digitalisierung. Parallel gibt es neue Stellen.

Die zunehmende Digitalisierung macht auch vor einem der weltweit traditionsreichsten Schneidwarenersteller nicht Halt. Wie jetzt bekannt wurde, wird die zur Neusser Werhahn KG gehörende Zwilling-Gruppe deutschlandweit insgesamt 59 Arbeitsplätze abbauen – davon 42 in Solingen.

„Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelten und schafft neue Aufgabenbereiche. Dem müssen wir Rechnung tragen“, sagte Zwilling-Chef Erich Schiffers am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Gegenwärtig liege der Online-Anteil im Zwilling-Gesamtgeschäft bei ungefähr 27 Prozent.

Insgesamt ist der Umsatz des Schneidwarenherstellers mit seinem Hauptwerk an der Grünewalder Straße weitgehend stabil. In den USA läuft das Geschäft nach Angaben des Unternehmens gut, in Deutschland stabil. In China beklagt jedoch auch Zwilling Umsatzeinbußen. „Das liegt daran, dass sich die Konsumgewohnheiten der Chinesen verändert haben und westliche Marken derzeit nicht mehr die gleiche Wertschätzung genießen“, erläuterte Schiffers.

Bevor die Betriebsvereinbarung geschlossen worden sei, habe man als fakultative Maximalzahl für den Stellenabbau die Zahl 110 angenommen. Die 59 Jobs, und davon auch die 42 am Standort Solingen, die nun gestrichen würden, sollten „möglichst sozialverträglich“ abgebaut werden, teilte die Unternehmensleitung mit.

Der Zwilling-Betriebsrat bestätigte am Mittwoch entsprechende Gespräche und Vereinbarungen. In welchen Bereichen genau der Stellenabbau erfolgen wird, wollte die Arbeitnehmervertretung allerdings mit Rücksicht auf die Belegschaft nicht bekannt geben. Dies führe lediglich zu Unruhe unter den Mitarbeitern, hieß es nun vonseiten des Betriebsrates. Tatsächlich hatten Gerüchte über eine mögliche Streichung von Arbeitsplätzen in Teilen der Zwilling-Belegschaft zuletzt bereits zu Unsicherheit geführt.

Wobei nicht allein Stellen gestrichen werden. So seien auf der anderen Seite auf dem digitalen Campus der Firma bis dato schon 20 neue Jobs entstanden, betonte Zwilling-Chef Schiffers. Und 2020 sollten weitere Arbeitsplätze geschaffen werden. „Unter dem Strich werden am Ende vermutlich bis zu 40 Stellen weniger da sein als vorher“, schätzte Schiffers.

Zwilling beschäftigt in Solingen augenblicklich 739 Menschen. ZuUnternemen gehören in der Klingenstadt zudem die Marken Tondeo und Jaguar. Diese sitzen an der Ketzberger Straße. Dort sind nach Unternehmensangaben vom Juli dieses Jahres rund 180 Mitarbeiter beschäftigt.

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