Solingen: Stadtwerke auf stabilem Weg

Stadtwerke Solingen : SWS kaufen 16 weitere Batterie-Obusse

Stadtwerke-Geschäftsführung schließt Gaspreiserhöhung bis April kommenden Jahres aus. Versorgungssparte erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinn, Verkehrsbetrieb konnte das Defizit auf unter neun Millionen Euro senken.

Die Stadtwerke Solingen (SWS) werden in der laufenden Heizperiode bis zum 1. April kommenden Jahres „aller Wahrscheinlichkeit“ die Gaspreise nicht erhöhen. Dies kündigte am Donnerstag Andreas Schwarberg an, der beim kommunalen Unternehmen für den Bereich Versorgung zuständig ist. Vergleichsportale hatten in den vergangenen Tagen über höhere Gaspreise berichtet. Auch beim Strom halten die Stadtwerke Solingen den Preis weiter stabil. In die Obus-Flotte will das Unternehmen weiter investieren.

So sollen unter anderem 16 Gelenkbusse – Batterie betriebene Oberleitungsbusse – nach Angaben von Conrad Troullier bis zum Jahr 2020 angeschafft werden. Zum Stückpreis von rund 900.000 Euro. Hier fließen auch Fördergelder in Höhe von 100.000 Euro je Bus. „Bis 2030 sollen all unsere Dieselbusse weg sein“, sagte der für den Bereich Verkehr verantwortliche Geschäftsführer.

Schwarberg und Troullier können auf ein gutes Geschäftsjahr 2017/2018 (1. Oktober bis 30. September) zurückblicken. Unter dem Strich wurde ein Ergebnis von rund drei Millionen Euro nach Steuern ausgewiesen – 628.000 Euro besser als zunächst geplant. In der Gewinnzone liegt insbesondere die Versorgungssparte mit dem Verkauf von Strom, Gas und Wasser.

Der Verkehrsbetrieb konnte aber die Deckelung des Defizites in Höhe von neun Millionen Euro gut erreichen und blieb knapp unter der Vorgabe. „Wir haben zum dritten Mal in Folge das Defizit gesenkt“, sagte Conrad Troullier.

Die guten Stadtwerke-Zahlen für das Geschäftsjahr 2017/18 freuen die Stadt, die Beteiligungsgesellschaft Solingen (BSG) und auch die Sparkasse. Letztere ist an der Versorgungssparte der Stadtwerke mit acht Prozent beteiligt. Als Konzessionsabgabe kann die Stadt traditionell rund 10,5 Millionen Euro von den Stadtwerken verbuchen, die Beteiligungsgesellschaft bekommt knapp zwei Millionen Euro, die Sparkasse 738.000 Euro. Das Jahresergebnis hätte nach Angaben von Andreas Schwarberg noch besser ausfallen können, wenn nicht Rückstellungen „im niedrigen Millionenbereich“ für das dritte Altersteilzeitprogramm hätten gebildet werden müssen. Dieses Programm läuft derzeit für Mitarbeiter der Versorgungssparte. Tariferhöhungen haben zudem die Kostenseite verschlechtert. „Da müssen wir gegensteuern“, sagte Andreas Schwarberg, „an der Kostenschraube wird kontinuierlich gedreht“.

Mit der Optimierung von Geschäftsprozessen gelinge dies, andererseits hat man auch die Erlösseite im Blick. „Unser Kerngeschäft ist der Verkauf von Strom, Gas und Wasser. Mit diversen Produkten entwickeln wir uns aber immer mehr zum Dienstleister“, erklärte der SWS-Geschäftsführer. Schwarberg nennt hier beispielsweise Versicherungsprodukte wie „Schutzengel plus“ oder das Produkt „Gaswächter“. Konkret angegangen wird nun aber auch das Projekt „LoRawan“. LoRa steht für Long Range, also Verbindungen über weite Strecken. Und LoRa erreicht Standorte, die per Mobilfunk nicht zu erreichen sind. „Entsprechende Funktechnologie vorausgesetzt, kann man unter anderem frühzeitig beispielsweise über Feuchtigkeit im Keller informiert werden. Auch die Zähler in Wasserschächten, die heute noch von zwei Personen kontrolliert und abgelesen werden, können mit diesem System schnell erfasst werden“, sagte Schwarberg. Die Stadtwerke Solingen wollen das neue System, das bereits in München, Lübeck oder Ulm im Einsatz ist, ab Mitte nächsten Jahres rund um die Uhr anbieten. „Es ist auch daran gedacht, dass andere Gesellschaften der Stadt draufspringen“, so Schwarberg.

Die beiden Stadtwerke-Geschäftsführer kündigten an, dass im laufenden Geschäftsjahr 2018/2019 ebenfalls wieder Gewinne der Versorgungssparte und im Verkehrsbetrieb ein Defizit unter neun Millionen Euro angepeilt werden. „Wir sind auf einem stabilen Weg“, sagte Schwarberg. Beschäftigt werden insgesamt 720 Mitarbeiter, darunter 320 im Bereich Verkehr, der im vergangenen Geschäftsjahr 22,7 Millionen Fahrgäste beförderte.

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