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Solingen: Stadtteil Wald wird als Wohn- und Lebensraum gestärkt

Stadtteil-Entwicklungskonzept : Wald wird aufgepeppt

„Zukunft Wald 2030" – mit diesem Titel ist das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) für Wald überschrieben. Es wird jetzt in der Bezirksvertretung, dem Planungsausschuss und dem Stadtrat vorgestellt und beschlossen.

Eine Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) ist im Stadtteil Wald bereits an den Start gegangen. Und auch die ehrenamtlich tätigen „Waldarbeiter“ um unter anderem dem Unternehmer Horst Gabriel, FALS-Schulleiter Peter Wirtz und Guido Rohn (Förderverein Jahnkampfbahn) haben schon einige Male die Köpfe zusammengesteckt mit dem klaren Ziel, Wald nach vorne zu bringen. „Viele Dinge gelingen schon mit kleinem Geld“, sagt der Sprecher der „Waldarbeiter“, Horst Gabriel, mit Blick auf die Sauberkeit im Stadtkern rund um die Walder Kirche.

Doch nun müsse der nächste Schritt gegangen werden – und hier hilft die Stadtverwaltung nachhaltig: „Zukunft Wald 2030“ – mit diesem Titel ist das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) für Wald überschrieben. Das Konzept liefert einen Handlungsleitfaden für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils. „Unser Ziel ist es, den Stadtteil als Wohn- und Lebensraum zu erhalten und zu stärken. Zudem wollen wir ihn als attraktiven Wohnstandort mit hoher Lebensqualität in der Region positionieren“, erklärt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

Das ISEK trifft auf volle Unterstützung der „Waldarbeiter“. „Es ist jetzt an der Zeit für konkretes Gestalten, auch eine Belebung durch Kultur und neue Wohnbebauung“, sagt Horst Gabriel. Schritt für Schritt müsse Wald „nun aufgepeppt“ werden, so der „Waldarbeiter“. Denn der Stadtteil sei nicht nur attraktiv, sondern auch einer der aufstrebenden Standorte von Solingen. „Hier gibt es ausreichend Flächen auch für Wohnraum, der bezahlbar ist und nicht nur für leute mit dicker Geldbörse“, sagt Gabriel.

Geld für die Entwicklung des Stadtteils ist jedenfalls da. Das Maßnahmepaket des ISEK ist ausgelegt auf einen Förderzeitraum von mindestens acht Jahren. Es beschreibt außerdem einen Handlungskorridor, der etwa bis zum Jahre 2030 reicht. Die geschätzte Investitionssumme von rund 19 Millionen Euro könnte dabei, so die Stadtentwicklungsplaner, zu 80 Prozent förderfähig sein. Vor diesem Hintergrund dient das Konzept auch dazu, mögliche Förderzugänge zu erschließen. Es soll deshalb der Bezirksregierung als Fördergeber zeitnah vorlegt werden, um Unterstützungsmöglichkeiten für geplante Maßnahmen und Instrumente zur Umsetzung auszuloten und anschließend entsprechende Anträge zu stellen.

Verbesserungsbedarf sehen die Stadtplaner auch am alten Walder Bahnhof mit der dahinterliegenden Korkenziehertrasse. Foto: Peter Meuter

Das Gebiet, in dem potenzielle Fördermaßnahmen umgesetzt werden sollen, ist klar umgrenzt und soll als „Stadtumbaugebiet“ festgelegt werden. Im Fokus stehen etwa das Stadtteilzentrum mit dem Walder Schlauch, die Friedrich-Ebert-Straße und der Stadtpark, das ehemalige Grossmann-Areal, der Walder Sportpark, der Marktplatz sowie der ehemalige Bahnhof mit der angrenzenden Korkenziehertrasse, zudem der Botanische Garten und die Außenanlagen des Schulzentrums Vogelsang.

Die zu bearbeitenden Themenfelder in Wald sind jedenfalls vielfältig. Wohnen, Soziales und bürgerschaftliches Engagement, Städtebau, Freiraum und Verkehr, Freizeit, Sport, Bildung, Kultur und Einzelhandel, Gewerbe und wirtschaftsnahe Infrastruktur gehören dazu. Herausgearbeitet wurde deshalb ein übergeordnetes Leitbild: „Bildung - Sport - Kultur. Engagiert. Profiliert.“, das der Vielfalt des Stadtteils und dem herausragenden ehrenamtlichen Engagement Rechnung trägt. „Ein ganz wichtiges Anliegen war es, die Bürger, Eigentümer, Gewerbetreibende und alle, die sich im Stadtteil einbringen, im Prozess intensiv zu beteiligen“, betont Hartmut Hoferichter.

Ergänzend zum ISEK soll auch die ISG eine wichtige rolle in Wald übernehmen. Für den „Waldarbeiter“ Horst Gabriel wäre es aber weiter wichtig, einen Quartiersmanager in Wald einzusetzen, der alle Maßnahmen koordiniert. „Wir brauchen hier einen Profi, das kann ehrenamtliches Engagement nicht stemmen“, sagt Gabriel, der gleichzeitig das Planungs-Team um Stadtdirektor Hoferichter lobt: „Die machen einen richtig guten Job.“