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Solingen: Sportinternat und Jugendkunstschule geplant

Stadtentwicklung in Solingen : Sportinternat und Jugendkunstschule für Wald

Die „Waldarbeiter“ haben bei einer Vorstands­sitzung etliche Ideen und Aktionen entwickelt, mit dem Ziel, auch auf dem Grossmann-Areal Neues zu gestalten.

Es ist der älteste Solinger Stadtteil, der durchaus mit einigen Leuchtturmprojekten wie den Theatertagen, der Jahnkampfbahn, dem Freibad/Eislaufanlage Ittertal oder der NRW-Sportschule punkten kann. Doch geht es nach einer Gruppe ehrenamtlich tätiger Personen, dann muss Wald schnell weiterentwickelt werden – und zwar auch mit Hilfe öffentlicher Investitionen: Die selbsternannten „Waldarbeiter“ wollen mit Tempo Ideen und Aktionen umsetzen, um den Stadtteil nach vorne zu bringen.

Nach einer Vorstandssitzung des gemeinnützigen Vereins, der im Juni dieses Jahres offiziell von 14 Mitgliedern aus Handel, Wirtschaft, Sport, Kirche, Schule und Vereinen gegründet worden ist, soll nun zwischen dem 20. und 25. August ein Treffen mit dem neuen Eigentümer des Grossmann-Geländes, Sam Jordan, stattfinden.

Dies kündigte der Sprecher des Vorstands, Peter Wirtz, im Gespräch mit unserer Redaktion an. Neben dem Leiter der Friedrich-Albert-Lange-Schule (FALS) gehören der evangelische Pfarrer Bernd Reinzhagen, der Unternehmer Horst Gabriel (Vorsitzender Arbeitgeberverband Solingen) und Guido Rohn (Förderverein Jahnkampfbahn) dem neu gewählten Vorstand an.

Im Gespräch mit dem neuen Grossmann-Eigentümer soll erörtert werden, ob es von diesem Gelände aus einen direkten Zugang zum Sportpark Wald geben kann. Guido Rohn regt zudem an, ein Sportinternat mit 20 Plätzen auf dem Areal zu integrieren. Zur Aufwertung des Standortes käme für Bernd Reinzhagen auch Event-Gastronomie infrage. Mit Blick auf die Stärkung der Kultur schwebt den „Waldarbeitern“ die Gründung einer Jugendkunstschule vor. „Hier müssen wir ausloten, ob dafür öffentliche Mitteln fließen und ob Sam Jordan dies in seinen Planungen aufnehmen kann“, sagt Peter Wirtz.

Die „Waldarbeiter“ haben aber auch konkrete Ideen zu Schaffung von neuem Wohnraum auf dem Gewerbegelände. Da sehr viele Studenten in Solingen wohnen und nach Wuppertal oder Düsseldorf und Köln pendeln, regt der Verein die Schaffung von „neuen und modernen Formen des studentischen Wohnens“ abseits der bisherigen klassischen Studentenwohnheime an. Für Horst Gabriel ist auch wichtig, dass auf dem Grossmann-Areal nicht nur Wohnen, sondern auch Gewerbe zum Zuge kommt. Gabriel und Wirtz schwebt hier eine Art kleine Ideenschmiede vor. „Solingen“, weiß FALS-Schulleiter Wirtz, „braucht Steuereinnahmen“.

Von einem hohen Turm auf dem Grossmann-Gelände, wie ihn Sam Jordan einmal anregte, sind die „Waldarbeiter“ laut Peter Wirtz allerdings „nicht so angetan“. Vielmehr wollen sie nach dem Gespräch mit dem Investor eine Ideenbörse auf dem Gelände der früheren Stahlgießerei an der Wittkuller Straße organisieren. Wirtz: „Wir wollen alle Walder Bürger mitnehmen und auch ihre Ideen aufnehmen.“

Auch den Walder Schlauch will der gemeinnützige Verein attraktiver gestalten. So schwebt Pfarrer Bernd Reinzhagen beispielsweise vor, zwischen die Häuser Seile zu spannen, damit Künstler großflächige Fotos/Bilder aufhängen können. Idee ist überdies, einige Parkplätze auf der Friedrich-Ebert-Straße zu reduzieren. „So könnte man die Aufenthaltsqualität erhöhen und die Außengastronomie stärken“, erklärt der Sprecher des Vorstandes.

Der Walder Schlauch, die Fußgängerzone des ältesten Solinger Stadtteils, soll mit verschiedenen Aktionen attraktiver gestaltet werden. Foto: Peter Meuter

Ziel ist es insgesamt, Wald mit seinen bedeutenden Bildungs-, Sport- und Kulturangeboten so zukunftsträchtig zu gestalten, dass der Stadtteil für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen lebens- und liebenswert bleibt und die Aufenthaltsqualität verbessert wird. Von daher wollen sich Verein und Vorstand in die bereits an den Start gegangene Immobilien- und Standortgemeinschaft einbringen und das einstimmig verabschiedete Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept zu unterstützen.