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Solingen: Sommerweihnacht auf Schloss Burg parallel zum Dürpelfest

Veranstaltungen in Solingen : Die Idee ist gut, das Datum jedoch nicht

In zwei Wochen wird der Weihnachtsmarkt auf Schloss Burg nachgeholt – parallel zum Dürpelfest. Das ungünstige Timing könnte der „Sommerweihnacht“ zum Nachteil werden.

Endlich kehren traditionelle Feste zurück. Den Auftakt macht am Wochenende das Gräfrather Marktfest, in zwei Wochen folgt das Dürpelfest. Dazwischen schleicht sich eine Veranstaltung in den Terminkalender, die gewohnt und doch ungewöhnlich ist: Die „Sommerweihnacht“, der nachgeholte Weihnachtsmarkt auf Schloss Burg.

Natürlich ist es eine komische Vorstellung, im Mai einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Wie aber schon nach der Ankündigung im Februar an dieser Stelle geschrieben: Warum eigentlich nicht ? In den vergangenen zwei Jahren haben wir so viel Absurdes erlebt, dass ein bisschen Weihnachtsstimmung im Frühling kaum noch schocken kann. Bei aller Absurdität ist die Idee eben auch gut: Für Besucher des Markts, die sich auf Handwerkskunst und ein nachgeholtes Erlebnis freuen können – aber auch für die Händler, die darauf angewiesen sind, verlorengegangene Umsätze wieder gutzumachen. Dafür kann man dann auch in Kauf nehmen, nicht erst bis Ende des Jahres einen Ohrwurm von „Last Christmas“ zu bekommen.

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Allerdings haben die Veranstalter des nachgeholten Schloss-Weihnachtsmarkts ein schlechtes Datum gewählt. Nicht nur wäre es witziger gewesen, das Spektakel am zweiten Juni-Wochenende zu veranstalten. Denn der 12. Juni gilt als „Halbweihnachten“. Vor allem aber kollidiert die „Sommerweihnacht“ mit dem Dürpelfest – beide finden vom 20. bis 22. Mai statt.

Und was die Besuchszahlen angeht, dürfte Solingens größtes Volksfest bei seiner Rückkehr aus der Corona-Pause vermutlich die Nase vorn haben. Das Gewohnte, lang Ersehnte dürfte einen größeren Reiz auf die Solingerinnen und Solinger ausüben als das Neue, eher Ungewöhnliche. Immerhin kann man es niemandem verdenken, nach der langen Durststrecke wieder gemeinsam mit der Stadtgemeinschaft feiern zu wollen.

Für den Schlossbauverein und die rund 60 angemeldeten Händler bleibt daher zu hoffen, dass neben dem Dürpelfest auch noch Zeit für einen Besuch auf dem ungewöhnlichen Weihnachtsmarkt bleibt. Dankbarer wäre es für sie gewesen, ein anderes Datum für diese eigentlich reizvolle Idee auszuwählen.