Solingen: Sanierung des Gymnasiums Schwertstraße kostet rund 25 Millionen Euro

Sanierung von Solinger Schulen : Gymnasium Schwertstraße an zwei Standorten

Nach den Schulferien wird das Gymnasium Schwertstraße zwei Standorte haben – an der Schwert-/Gerichtsstraße sowie an der Krahenhöhe. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren.

Ein Container für die Schüler der Mittel- und Oberstufe des Gymnasiums Schwertstraße steht bereits am Standort Krahenhöhe. Dort, auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Höhscheid, werden die Gymnasiasten nun voraussichtlich bis zum Sommer 2022 überwiegend in den Gebäuden der früheren Hauptschule unterrichtet.

Denn der Altbau an der Schwertstraße muss in den nächsten drei Jahren kernsaniert werden und wird deshalb komplett geräumt. Lediglich die Schüler der Unterstufe des Gymnasiums, also die Klassen fünf bis sieben, bleiben vor Ort an der Schwert- beziehungsweise an der Gerichtsstraße. Auch hier wurden mittlerweile Container aufgestellt. „Auch der Verwaltungsbereich wird in Containern untergebracht“, sagt Schulleiter Ulrich Nachtkamp. „Ansonsten wird der Unterricht an beiden Standorten überwiegend in Klassenräumen stattfinden“.

In den Sommerferien, so der Plan, soll mit der Schadstoffsanierung an der Schwertstraße begonnen werden. Anfang des nächsten Jahres schließlich startet der Wiederaufbau der Bestandsgebäude. „Im Moment wird alles hergerichtet, am Standort Krahenhöhe wird auch digitalisiert“, sagt Schuldezernentin Dagmar Becker.

Mit Einschränkungen verbunden ist die temporäre Zwei-Standort-Lösung für die Schüler und das Lehrpersonal allemal – aber es nicht zu vermeiden. Denn wegen statischer Probleme an den Zwischendecken im Altbau und auch erheblichen Mängeln beim Brandschutz muss nun zwingend gehandelt werden. „Wir haben bei einer bereits durchgeführten Sanierung an der Schwertstraße einmal genauer hingeschaut und dabei entdeckt, dass früher eingesetzte Materialien und Leitungen nicht zusammenpassten“, sagt Dagmar Becker und ergänzt: „Alles ist nicht mehr zeitgemäß. Man hätte schon früher anders sanieren müssen. Das geschieht jetzt mit höherem Aufwand“, erklärt die Dezernentin mit Blick auf das Bauvorhaben Gymnasium Schwertstraße.

Gesamtkosten in Höhe von 25 Millionen Euro werden hier voraussichtlich zu Buche schlagen, damit die Schule binnen drei Jahren auf den neusten Stand gebracht werden kann. Immerhin kann die erst jüngst frisch sanierte Außenhülle des Schulgebäudes erhalten bleiben. „Im Moment sieht alles gut aus“, sagt Dagmar Becker zu den Plänen.

In der Ferienzeit wird jetzt das Gebäude an der Gerichtsstraße zur zwischenzeitlichen Nutzung hergerichtet. Die Sporthalle des Gymnasiums wird weiter von allen Schülern genutzt. Zusätzliche Busse werden mit Beginn des neuen Schuljahres Ende August vom Standort Krahenhöhe zur Gerichtsstraße pendeln. „Alles ist abgestimmt und besprochen“, betont die Dezernentin. Und Schulleiter Ulrich Nachtkamp sieht trotz aller Beeinträchtigungen: „Es herrscht grundsätzlich Aufbruchstimmung“.

Ein weiterer großer Ausgabeposten im Zusammenhang mit Schulbauten ist derweil der Um- und Erweiterungsbau sowie die Sanierung des Altbaus und der Neubau einer Zweifach-Sporthalle und von Naturwissenschaftsräumen an der Gesamtschule Höhscheid. Mehr als 15,7 Millionen Euro werden hier bereits seit Oktober 2017 investiert. Voraussichtlich in den Sommerferien 2020 sollen die Bauarbeiten fertig sein. In den jetzt laufenden Schulferien starten die Rohbauarbeiten an Sporthalle und Naturwissenschaftsräumen sowie die Sanierung eines Hinterhauses an der Zweigstraße.

Bei vielen anderen Schulen stehen aktuell ebenfalls Sanierungen auf dem Plan und starten in diesem Sommer. Noch nicht terminiert ist dagegen der vorgesehene Neubau des Schulzentrums Vogelsang. Für die weitere Nutzung der Gebäude dort besteht mittelfristig keine Gefahr. Planer haben allerdings durchgerechnet, dass eine Kernsanierung erheblich teurer würde, als der Neubau.

Im Altbau des Gymnasiums Schwertstraße gibt es unter anderem statische Probleme. Foto: Meuter, Peter (pm)

Die gewaltige Summe von rund 100 Millionen Euro (finanziert wird über Kredite) muss für das Schulzentrum Vogelsang aufgewendet werden. Ziel ist es, bis zum Jahr 2027 die bestehenden Gebäudetrakte Schritt für Schritt abzureißen und neu zu bauen. „Wir befinden uns in der internen Feinabstimmung“, sagt Dagmar Becker. Einen konkreten Zeitpunkt für den Beginn der Bauarbeiten gebe es zurzeit noch nicht: „Wir müssen zunächst noch mit der Bezirksregierung sprechen.“

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