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Solingen: Sanierung der Schulgebäude geht Zug um Zug weiter

Sanierung der Schulgebäude in Solingen : „Fifty-Fifty“ spart Energieressourcen

An vielen Solinger Schulen werden bereits seit dem Jahr 2000 Energiesparprogramme mit sehr guten Erfolgen durchgeführt. Auch in die energetische Sanierung der Gebäude wird weiter investiert.

Schüler gehen in Solingen auf die Straße, um für Klimaschutz zu demonstrieren. Anfang März waren es rund 750 junge Menschen, die mit Plakaten durch die Innenstadt zogen – der erste „Fridays for Future“-Protest in der Klingenstadt. Doch an den Schulen wird seit Jahr und Tag konkret etwas für den Klimaschutz getan.

So werden Strom- und Heizkosten eingespart, ebenso der Wasserverbrauch. Das Energiesparprogramm „Fifty-fifty“ ist seit dem Jahr 2000 ein Erfolgsmodell an Solinger Schulen und hat neben dem nachhaltigen Umgang mit Energieressourcen bereits eine Menge an Geld eingespart: 70.000 Euro pro Jahr von den teilnehmenden Schulen. Geld, das zum Teil auch wieder in die Schulen zurückfloss, um beispielsweise Steckerleisten zur Standby-Vermeidung anzuschaffen, Zeitschaltuhren oder auch energiesparende Geräte.

21 Solinger Schulen mit weit mehr als 14.000 Schülern – Grundschulen ebenso wie Berufskollegs, Gymnasien und Gesamtschulen – beteiligen sich seit 2015 an der sechsten Runde des Energiesparprojektes. Zu Beginn dieses Jahres wurde das siebte Kapitel aufgeschlagen, das nun auch eine Weiterentwicklung als „Solinger Schulen für den Klimaschutz“ erfährt, zudem ein angepasstes Prämienmodell. Die neue Projektrunde läuft bis Ende Dezember 2021.

Ziel dieses weiterentwickelten Projektes ist es, den beteiligten Schulen Wege der Energieeinsparung, des Klimaschutzes sowie nachhaltiger Lebensweisen zu erarbeiten, zu erproben und dauerhaft in die pädagogische Arbeit der Einrichtung zu integrieren. Die Klingenstadt setzt sich ohnehin seit langem für eine Reduktion der klimaschädlichen Emissionen ein. Sie ist Mitglied des Klima-Bündnisses der europäischen Städte, Solingen wurde mehrfach mit dem „European Energy Award“ zertifiziert und arbeitet seit Ende 2013 an der Umsetzung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes.

Derlei Engagement wirkt sich auch auf den Schulalltag aus. Über das Projekt „Zirkel des Lernens – Bildung für nachhaltige Entwicklung im Bergischen Städtedreieck“ wird beispielsweise das Ziel verfolgt, nachhaltiges Denken und Handeln bei jungen Menschen zu fördern, Bildung für nachhaltige Entwicklungen im Bergischen Städtedreieck stärker zu verankern und dabei auch den Austausch von schulischen und außerschulischen Partnern zu nutzen. Einige weiterführende Solinger Schulen beteiligen sich an diesem Projekt, damit zukunftsfähige und somit auch „enkeltaugliche Entwicklungen“ unterstützt werden können in den Bereichen Natur- und Artenschutz, Konsum und Ernährung oder Mobilität.

Mit der Teilnahme an der Kampagne „Kinder sammeln grüne Meilen“ leisten zudem Grundschulen und Kindertagesstätten einen Beitrag zur Klimaschutz-, Mobilitäts- und Gesundheitsbildung, um die alltäglichen Schul- und Kitawege klimafreundlicher und auch sicher zu gestalten.

Sanierungs- und Umbaumaßnahmen insbesondere auch mit Auswirkungen auf den Energieverbrauch gibt es darüber hinaus seit Jahren an den klingenstädtischen Schulen. Das Investitionsvolumen an den Schulen beträgt rund 66 Millionen Euro, wobei rund 41 Millionen Euro aus Fördertöpfen von Bund und Land genutzt werden. Gerade baulich fertiggestellt sind beispielsweise die energetischen Gebäudesanierungen am Friedrich-List-Berufskolleg, der Sporthalle des Humboldtgymnasiums und der Albert-Schweitzer-Realschule.

Dass Jugendliche sich für den Klimaschutz engagieren und verantwortlich fühlen, das findet bei Dagmar Becker, Dezernentin für die Bereiche Jugend, Schule, Integration, Kultur und Sport, volle Unterstützung. „Auch in und mit den Schulen passiert ganz viel“, sagt Becker, die auch die Sanierung der Schulgebäude weiter forcieren will. „Wir schauen uns die Gebäude ganz genau an, um zu sehen, was zukunftsfähig ist.“

Ganz genau hingeschaut hat die Verwaltung beim Schulzentrum Vogelsang, ein Gebäudekomplex aus den 1970er Jahren. „Damals war Klimaschutz kein Thema“, sagt Becker. Konsequenz: Der marode Gebäudekomplex wird komplett abgerissen und für einen dreistelligen Millionenbetrag bis 2027 erneuert.