Solingen: Richtfest am "Leistungszentrum Kölker"

Richtfest am Trainingszentrum : Der BHC kommt in die Komfortzone

An der Kanalstraße soll im Frühjahr das „Leistungszentrum Kölker“ bezugsfertig werden. Hausherr und Handballer feierten jetzt Richtfest.

Ein Richtfest am Abend, ohne Zimmermannsspruch, aber mit einer Liveband und vielen Handballern sowie Handballerinnen: Bauherr Michael Kölker hatte am Samstag in sein „Leistungszentrum“ an der Kanalstraße eingeladen.

Die 27 mal 45 Meter große Sporthalle mit angrenzendem rund 1000 Quadratmeter großen Funktionsgebäude ist noch nicht so weit gediehen wie ursprünglich geplant und soll jetzt möglichst bis Ende März 2020 fertig werden. „Das“, kommentiert Architekt Kai Schüttler, „ist sehr sportlich.“

Warum errichtet ein bekannter Unternehmer ein eigenes Sportzentrum ? „Ich habe immer wieder gesehen, dass es schwierig ist, Hallenzeiten zu bekommen“, sagt Michael Kölker. „Da haben wir uns als Familie entschieden: Wir bauen selbst.“ Zum nötigen Grundstück kam der Geschäftsführer der Forst Technologie GmbH & Co. KG und Gesellschafter der BHC Marketing GmbH durch Jörg Föste. Der Geschäftsführer Sport des Bergischen HC besaß an der Ecke von Kanal- und Zweigstraße ein Areal mit Wohnhäusern, auf dem er eigentlich weitere errichten wollte.

In Feierlaune: Bauherr Michael Kölker (2.v.l.) mit Architekt Kai Schüttler (r.), BHC-Geschäftsführer Jörg Föste und Maike Gässler-Dörr, kaufmännische Leiterin der BHC-Damen. Foto: Fred Lothar Melchior

„Wir hatten für den BHC seit drei, vier Jahren nach einem Grundstück gesucht“, blickt Föste zurück. „Dann, als sich vor zwei Jahren alles andere zerschlagen hat, haben wir erkannt, dass die Lösung in unserer eigenen Hand liegt.“ Die Halle passe „exakt“ zwischen die Mensa der Gesamtschule Höhscheid und die Wohnhäuser an der Zweigstraße.

Jörg Föste zollt „höchste Anerkennung für das, was hier in so kurzer Zeit geleistet wurde. Michael Kölker hat sehr gekämpft.“ Der Neubau beschere dem BHC und speziell den Profis dank des Funktionsgebäudes neuen Komfort. „Wir sind abgeschlagen Letzter in der Liga, was die Rahmenbedingungen angeht. Mit den neuen Möglichkeiten machen wir etliche Plätze gut.“ Föste lobt die kurzen Wege: Vor der Halle wird es auf vier Etagen nicht nur die Umkleiden, sondern auch einen Seminarraum (mit Blick auf die Spielfläche), ein Fitness-Studio für Krafttraining, einen Bereich für Physiotherapie, Büros und Lagerflächen geben.

Die Halle selbst, die einmal geteilt werden kann und noch eine Tribüne erhalten wird, soll an fünf Tagen in der Woche von den gut zwei Dutzend BHC-Teams genutzt werden – jeweils bis 22 Uhr. Damit entlaste man die bisher angemieteten Hallen und biete eventuell am frühen Morgen auch noch die Möglichkeit für Schulsport. „Wir sind jetzt schon sicher, dass wir den BHC nicht komplett unterkriegen“, dämpft Michael Kölker aber die Erwartungen. Die Gespräche über die Anmietung würden gerade geführt. An Wochenenden können, wenn der Verband die Halle abgenommen hat, Amateur- und Jugendteams spielen.

Zahlreiche Gäste feierten beim Richtfest zur Musik von „Glory Nights“ in der Sporthalle, die sich wie das Funktionsgebäude noch in einem frühen Baustadium befindet. Foto: Fred Lothar Melchior

Am Samstagabend ging es aber nur ums Entspannen. Die Musik kam von der Gruppe „Glory Nights“, das Catering hatten das Restaurant & Bistro Pfaffenberg und die Gaststätte Birkenweiher übernommen. Den Namen „Leistungszentrum Kölker“ muss der Neubau, der auch schon Forst- oder BHC-Halle genannt wurde, übrigens nicht unbedingt tragen. „Ich würde mich nicht sträuben, wenn wir den Namen verkaufen könnten“, merkt der Unternehmer an. Für ihn und seine Familie hat der Ort des Neubaus auch einen persönlichen Bezug: Bis 1930 betrieben seine Großeltern dort eine Schnapsbrennerei. Leere Flaschen wurden beim Aushub aber nicht mehr gefunden.