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Solingen / Remscheid: Notfahrplan der S-Bahn 7 verlängert

Öffentlicher Nahverkehr : Notfahrplan der S-Bahn 7 bis in den Oktober verlängert

Personalengpässe durch Krankheitsfälle und Urlaube beim S7-Betreiber Vias Rail sorgen weiterhin für Ausfälle beim „Müngstener“ zwischen Solingen, Remscheid und Wuppertal.

Die Personalengpässe beim Bahnanbieter Vias Rail halten an. Darum müsse der Notfahrplan der S-Bahn 7, der eigentlich nur bis Ende dieser Woche gelten sollte, bis in den Oktober verlängert werden. Durch viele Krankheitsfälle und lange geplante Urlaube kämen viele ungünstige Faktoren zusammen, erklärt Thomas Esser, Geschäftsleiter Service bei Vias Rail. Er rechnet mit weiteren zwei bis vier Wochen. Weiterhin fällt demnach pro Stunde mindestens ein Zug aus und wird durch einen Ersatzbus ersetzt.

Die Ersatzfahrpläne gelten seit zehn Tagen. Statt eines 20-Minuten-Takts fahren derzeit nur zwei Bahnen pro Stunde jeweils im Abstand von 20 oder 40 Minuten. Busse, die entsprechend länger unterwegs sind, ersetzen die ausfallenden Fahrten. Eine Folge ist, dass die Züge, die fahren, voller sind, weil Pendler und Reisende die Ersatzbusse meiden.

Darum setze Vias Rail derzeit möglichst Doppel-Züge ein, um zusätzliche Plätze zu bieten, erklärt Esser. Er versichert, dass sich sein Unternehmen um Ersatz für die ausgefallenen Lokführer bemühe. Eigentlich wolle man nach Möglichkeit fest anstellen. Doch dies sei wegen des bundesweiten Lokführermangels schwer. Selbst geeignete Leih-Lokführer seien schwer zu bekommen.

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Ursache für die krankheitsbedingten Ausfälle ist laut Esser nicht nur die Corona-Pandemie. Hinzu komme, dass bei etlichen Mitarbeitern aufgeschobene medizinische Behandlungen oder Operationen nachgeholt würden. Andere Lokführer hätten Urlaubsansprüche, die noch aus Planungen ihres früheren Arbeitgebers, des ehemaligen S7-Anbieters Abellio, stammen.

Im Bergischen Land reagiert man enttäuscht. „Ich schreibe den Verkehrsverbund ja schon alle paar Wochen an. Dann bekomme ich eine Antwort, in der steht, wie schwierig alles ist“, beklagt der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD) – selbst regelmäßiger Bahn-Kunde. Nun denkt der Abgeordnete darüber nach, Vertreter des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) nach Remscheid einzuladen.

Auch Leon Kröck (Grüne), einer der Solinger Vertreter in der VRR-Verbandsversammlung, kritisiert: „Mir machen derzeit verschiedene Linien Sorgen.“ Er verweist darauf, dass nicht nur bei der S 7, sondern auch bei der für den Verkehr in Richtung Düsseldorf wichtigen S 1 wegen einer baufälligen Brücke viele Züge ausfallen.

Positiv sei immerhin, dass die Bahnstrecke Wuppertal-Remscheid-Solingen ab Ende 2028 mit batterieelektrischen Zügen befahren werden solle. Dann endet der Vertrag mit dem Unternehmen Transdev (Rhein-Ruhr-Bahn), das ab Dezember 2023 die S 7 übernehmen soll.

(ate/ric)