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Solingen / Remscheid: BSW bewegte 25 Millionen Euro Projektvolumen

Bergische Struktur- und Entwicklungsgesellschaft : 25 Millionen Euro in zweieinhalb Jahren

Die BSW ist ein Gemischtwarenladen, der aber ein Leitthema hat: das Bergische sichtbar zu machen und Fördergelder in die Region zu holen. Ein Jahresrückblick.

Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft sei so breit aufgestellt, dass es manchmal die Fokussierung erschwere, sagt Stephan A. Vogelskamp. Er führt die Geschäfte der BSW mit Uta Schneider – und gab jetzt mit ihr einen Überblick, was die Gesellschaft im laufenden Jahr alles auf die Beine gestellt hat oder woran sie beteiligt war. In einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren bewege die BSW mit ihren Partnern „um die 25 Millionen Euro Projektvolumen“. Uta Schneider: „Wir holen das Geld in die Region und wollen, dass sie bekannt wird.“

„Das war für uns ein vollkommen verrücktes Jahr“, blickte Vogelskamp zurück. Ein Jahr, in dem Messen und andere Veranstaltungen reihenweise abgesagt werden mussten. Der Diplom-Ökonom, der früher häufig nach China reiste, hatte am Jahresanfang noch nicht geglaubt, dass die Pandemie auch Deutschland so hart treffen würde. „Im März war dann klar: Das Thema Reisen wird ganz schwierig.“ Dabei basiert die Arbeit der Gesellschaft auch auf vielen persönlichen Kontakten.

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Etwa bei der 2019 auf den Weg gebrachten Initiative automotiveland.nrw. Die Autobranche und ihre Zulieferer haben genügend Probleme auch ohne Corona. „Es braucht jemand, der den Veränderungsprozess begleitet“, unterstreicht der BSW-Geschäftsführer. „Wir sind Katalysator.“ Eine Studie „2020“ wird gerade abgeschlossen. Ein verwandter Bereich ist das Projekt bergisch.smart_mobility mit dem „Centrum für automatisierte Mobilität“ an der Universität Wuppertal.

Auch viele Maschinenbauer erlebten starke Umsatzeinbrüche. Die BSW betreut rund 20 Firmen, die sich im Maschinenbau-Netzwerk Bergisch Land zusammengeschlossen haben. Ab Frühjahr ging es bei den Mitgliedsfirmen vor allem um Corona-Soforthilfen und Sicherheitsmaßnahmen. „Zumindest in digitalen Feierabendgesprächen haben sich die Maschinenbauer getroffen.“

Weniger im Internet als im realen Leben finden auch die sieben Projekte statt, die Uta Schneider unter dem Dach Strukturförderung vorstellte. „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Quartiersentwicklung“ lautet der Titel. Dazu gehören die „Gläserne Werkstatt“ in Solingen und das „ToolLab“ in Remscheid, das Experimentier- und Erlebnisort für junge Menschen sein und ihnen die „moderne Seite“ des Handwerks zeigen soll.

Das gerade gestartete Projekt „Urbane Produktion“, das zwei Jahre lang vom NRW-Wirtschaftsministerium und der EU gefördert wird, schließt auch den Aufbau von Kreislaufsystemen ein. Dabei geht es etwa um die Verwertung von Abfallmaterial aus der Industrie und um die Lebensmittelproduktion „mitten in Wuppertal“.

Auch die gelernte Architektin Uta Schneider hatte sich 2020 „anders vorgestellt“ – speziell im Bereich Tourismus. Die Region konnte nur noch auf den frühen Messen „Reise und Camping“ und „Vakantiebeurs“ für sich werben. Nach dem Lockdown verlegte man sich auf Anzeigen, das Herausgaben neuer Broschüren („Bergischer Radweg“ und andere) sowie einen stärkeren Auftritt in den sozialen Medien. Dort wurde auch die neue „Bergische Karte“ im Scheckkartenformat vorgestellt, die Touristen Preisnachlässe bringt. Auch die Ausbildung neuer, „regionaler“ Gästeführer konnte abgeschlossen werden.

Stephan A. Vogelskamp zieht Bilanz: „Wir konnten trotz Pandemie viel bewegen. Durch Corona hat die Transformation aller Wirtschaftsbereiche quasi einen Turbo eingelegt.“