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Solingen: Prozess um versuchte Tötung beginnt

Solinger soll auf Frau eingestochen haben : Prozess um versuchte Tötung beginnt

54-jähriger Mann aus Solingen muss sich ab Dienstag wegen versuchten Mordes an seiner Frau vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten.

In einer kalten Januarnacht war eine Frau blutüberströmt auf die Mühlenstraße in Ohligs gelaufen. Kurz darauf soll ihr der Ehemann gefolgt sein – auch er soll später verletzt auf der Straße gelegen haben. Wie der Mann sich die Verletzungen zugezogen hat, ist bislang nicht bekannt. Fahrgäste eines anhaltenden Linienbusses sollen die Szene beobachtet und die Polizei gerufen haben. Die Ermittlungen ergaben später, dass der Mann seine Frau (50) zuvor während eines Ehestreits mit einem Messer angegriffen haben soll. Die fünf Kinder sollen zu Tatzeugen geworden sein.

Der Angeklagte soll in der Nacht zum 31. Januar gegenüber einigen seiner Kinder Drohungen gegen die Mutter ausgesprochen haben. Kurz darauf soll er sich in der Küche ein Messer geholt haben, um damit ins Schlafzimmer zu gehen. Die dort bereits schlafenden Kinder soll er aufgefordert haben, das Zimmer zu verlassen und dann damit begonnen haben, auf seine Frau einzustechen.

Die polizeilichen Ermittlungen haben erschreckende Details zu Tage gefördert: Einem der Söhne soll es noch während der Gewalttat gelungen sein, dem Angeklagten das Messer aus der Hand zu ziehen. Danach seien die Frau und die Kinder aus der Wohnung auf die Mühlenstraße geflohen. Dort soll später auch der 54-Jährige verletzt aufgefunden worden sein – Rettungskräfte hatten die Eheleute mit Schnitt- und Stichverletzungen in unterschiedliche Krankenhäuser gebracht.

Der Angeklagte soll bei der Tat alkoholisiert gewesen sein, über seine Schuldfähigkeit wird ein psychiatrischer Gutachter befinden müssen. Bei den polizeilichen Vernehmungen soll er keine Angaben zur Tat gemacht haben. Die Messerstiche sollen im Oberkörper und dort in der Nähe lebenswichtiger Organe gelegen haben, die Anklage geht daher von einem versuchten, vorsätzlichem Tötungsdelikt aus.