Solingen: Projektgruppe prüft Standorte für Bergische Jugendherberge

Projektgruppe prüft Standort Solingen : Tauziehen um Jugendherberge

Der Geschäftsführer des Jugendherbergswerks Landesverband Rheinland, Oliver Mirring, kommt erneut nach Solingen. In Oberburg will er sich auch einen möglichen Standort für eine Bergischen Jugendherberge ansehen.

Entschieden ist noch nichts – „alles ist noch offen“, sagt Oliver Mirring. Der neue Geschäftsführer des Jugendherbergswerks Landesverband Rheinland will sich gleichwohl Ende dieses Monats selbst noch einmal einen Eindruck von den Örtlichkeiten in Oberburg verschaffen. Dort war die Jugendherberge Ende September geschlossen worden.

Ein möglicher Neubau einer Bergischen Jugendherberge könnte immerhin auf dem Sportplatzgelände in Oberburg entstehen. Dieses Areal haben Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter dem Jugendherbergswerk jedenfalls angeboten. Beide bestätigten: „Oliver Mirring kommt am 31. Januar nach Solingen.“ Der Geschäftsführer des Jugendherbergswerks Rheinland lässt sich dann auch von den umfangreichen Sanierungsarbeiten auf Schloss Burg informieren.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres war Mirring zu einem Kennenlernbesuch im Solinger Rathaus, nachdem er Friedhelm Kamps als Geschäftsführer abgelöst hatte. Kamps war in den Ruhestand getreten. „Wir haben bei diesem Gespräch die Vergangenheit aufgearbeitet, aber auch die Zukunft besprochen“, sagt Mirring. Dabei sei auch ein weiterer Besuch in der Klingenstadzt verabredet worden – der nun stattfindet.

Das Gelände des alten Sportplatzes in Oberburg hat die Stadt dem Jugendherbergswerk zum Kauf angeboten. Foto: Hogekamp, Lena (hoge)

Nach dem Verkauf der Gräfrather Jugendherberge an die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft hatte sich die Verwaltungsspitze vehement für den Erhalt der Burger Herberge eingesetzt. Unter anderem mit Abgeordneten aus dem Bergischen Land wurde gar eine „Burger Resolution“ für den Erhalt des Hauses erarbeitet und an das Jugendherbergswerk weitergeleitet. Doch auch damit stieß man bei der Vorgänger-Geschäftsführung des Jugendherbergswerks auf Granit – der Schließungsbeschluss blieb bestehen. Überdies hatte sich auch eine Reduzierung der Bettenzahl von 118 auf 60 inklusive Modernisierung betriebswirtschaftlich als nicht sinnvoll erwiesen. Ein zwischenzeitlich angedachter Verkauf des Geländes der Burger Jugendherberge konnte bislang nicht realisiert werden.

Solingen steht seit Ende September ohne Jugendherberge da. Mirring setzte gleichwohl eine Projektgruppe ein, die das Bergische Land auch unter touristischen Gesichtspunkten unter die Lupe nehmen sollte. „Zwei Drittel der Projektarbeit ist erledigt“, erklärt Oliver Mirring mit Blick auf die umfangreiche Analyse. „Ein Drittel muss aber noch bearbeitet werden“. Die Projektgruppe soll unter anderem erkunden, ob und wo eine neue Jugendherberge einen Standort in der Region haben könnte. „Liegen alle Ergebnisse vor, kommt die Analyse in die Gremien des Jugendherbergswerks“, sagt der Geschäftsführer zur weiteren Vorgehensweise. Vor allem soll auch die Frage geklärt werden: „Was erwartet der Gast in Zukunft von einer Jugendherberge?“

Spruchreif ist noch nichts. Am Ende des Entscheidungsprozesses könnte das Jugenherbergswerk auch zu der Erkenntnis gelangen, im Bergischen Land nicht zu investieren. Dann bliebe es bei der jugendherberge in Wuppertal, die laut Mirring Renovierungsbedarf hat.

Überlegungen wie aktuell für das Bergische Land stellt das Jugendherbergswerk auch für die Eifel und den Niederrhein an. Die Ergebnisse der Zukunftsstrategie des Landesverbandes Rheinland sollen aber nicht auf den St. Nimmerleinstag geschoben werden. Mirring: „2021 wird unser Landesverband 100 Jahre alt. Bis dahin steht unsere Strategie.“