Kulturprogramm in Solingen Walder Theatertage wollen Zusammenhalt fördern

Solingen · Vom Poetry Slam bis „Werther“ erwartet die Besucher der Kulturreihe im Jahr des Stadtjubiläums ein bunter Reigen – darunter auch manche Neuheit.

„La Signora“ alias Carmela de Feo wird am 15. März mit dem Solinger Theater- und Kunstpreis ausgezeichnet.

„La Signora“ alias Carmela de Feo wird am 15. März mit dem Solinger Theater- und Kunstpreis ausgezeichnet.

Foto: Guido Radtke

Auch wenn die Schauplätze der Darbietungen über das ganze Stadtgebiet verstreut sind – Anregungen aus dem Rathaus über eine Umbenennung der „Walder Theatertage“, etwa in „Solinger Kulturtage“, erteilt Organisator Peter Wirtz eine klare Absage: „Der Fußball-Verein heißt ja auch nicht „Gelsenkirchen 04“.

Tim Müller vom Stadtmarketing kann das nur unterstreichen: „Die Walder Theatertage sind eine echte Marke.“ Der Name bleibt also auch in der 27. Auflage bestehen, ebenso wie die bunte Mischung aus Musik, Kabarett und Clownerie, die über ein halbes Jahr hinweg Künstler aus allen Himmelsrichtungen auf Solinger Bühnen bringt und in den Straßentheatertagen am 14. Juni und der Theatergala tags drauf ihre Höhepunkte findet.

Ein Beharren auf Bewährtem bedeutet das aber nicht: „Die Theatertage erfinden sich immer wieder neu“, bekräftigt Barbara Eufinger vom Kuratorium des Ausrichter-Vereins. Das zeigt sich direkt zum Auftakt am Freitag, 1. März: Dann wird wird das Atelier Gleis 3 an den Güterhallen ab 19.30 Uhr zur Bühne für junge Autoren: An solche nämlich vergeben die Walder Theatertage seit Jahren den „Preis der jungen Poet:innen“ in allen literarischen Sparten. Erstmals sollen die Schöpfer der erfolgreichsten Beiträge nun vor Publikum im Poetry Slam gegeneinander antreten. Und um die nächsten Trophäen, die am 15. Juni vergeben werden, können sich Literaten im Alter zwischen 14 und 24 Jahren bis zum 15. April   bewerben.

Zuvor steht aber schon die nächste Preisverleihung auf dem Programm: Carmela De Feo – Akkordeonspielerin, Sängerin und Komödiantin – nimmt am Freitag, 15. März, um 19.30 Uhr in der Ohligser Festhalle den zweiten Solinger Theater- und Kabarettpreis entgegen. „Wer dabei ist, wird ihren Auftritt nie vergessen“, verspricht Peter Wirtz. Kabarettist Thomas Philipzen führt durch den Abend. In der Kategorie „Aufgefallen“ wird dabei die Poetry Slam-Künstlerin Sandra Da Vino ausgezeichnet.

Mit der Einbeziehung dieses Genres wolle man auch ein jüngeres Publikum ansprechen, betont Wirtz. An  junge Theaterbesucher richtet sich auch eine multi-mediale Ein-Mann-Aufführung am 23. November: Dann bringt der österreichische Schauspieler Philipp Hochmair seine von elektronischen Soundcollagen begleitete Version von Goethes „Werther!“ auf die Bühne des Pina-Bausch-Saals im Theater und Konzerthaus.

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So bunt war das Straßentheater-Festival 2023 in Solingen

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Foto: Peter Meuter

Runde 40 Künstler konnten die Organisatoren der Reihe gewinnen. Und etwa 25 davon werden die Besucher der Straßentheatertage im Walder Stadtkern sehen. „Es ist kostenlos, bunt, international und kennt keine Sprachgrenzen“, charakterisiert Barbara Eufinger den besonderen Reiz des Ereignisses, das in diesem Jahr auch die Poststraße mit einbezieht.

Das Schweizer Duo Nicole & Martin will erneut in seinem weißen Zelt auf dem Walder Marktplatz mit Märchenaufführungen Schulkinder und Erwachsene gleichermaßen verzaubern. „Es ist ein Erlebnis für alle Sinne“, schwärmt Eufinger. Das Zelt wird zudem erneut Schauplatz der Großen Gala sein – wie immer mit Tänzern, Artisten und Komödianten aus ganz Europa. Die Theatertage stünden für „Zusammenhalt, Vielfalt und Völkerverständigung“, sagt Veranstaltungskoordinatorin Anja Adamcyk.

Ein Beispiel dafür ist der Aktionstag am 15. Juni, den die Theatertage gemeinsam mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung zu dessen 50-jährigen Jubiläum begeht. Ein anderes die „Nina Simone Story“: Die bietet dem Publikum in der Ohligser Festhalle am 15. November nicht nur die Musik der „Hohepriesterin des Soul“, dargeboten von Sängerin Fola Dada,  sondern auch Einblicke in die Lebensgeschichte der Bürgerrechtsaktivistin.

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Foto: Guido Radtke

Und auch am „Festival der Vielfalt“ anlässlich des 650-jährigen Solinger Stadtjubiläums vom 23. bis 25. August werden sich die Walder Theatertage beteiligen. „Nur in der Gemeinschaft von Ehrenamtlern und Förderern“, sagt Anja Adamcyk im Hinblick auf das umfangreiche Jahresprogramm des gemeinnützigen Vereins, „lassen sich so große Projekte verwirklichen.“

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