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Solingen: Prinzenstraße ist bereit für den Berufsalltag

Coworking Space „Orangery“ : Prinzenstraße ist bereit für Berufsalltag

Der Coworking Space „Orangery“ ist im sanierten Gebäude an der Prinzenstraße an den Start gegangen. Das MAKU Restaurant soll noch folgen.

So viel Trubel wie am vergangenen Wochenende mit tausenden feiernden Besuchern und Jan Delay auf der bombastischen Musikbühne wird am und im einstigen Gebäude der Konsumgenossenschaft Solidarität in Zukunft normalerweise nicht herrschen. Und das ist natürlich auch gut so – schließlich wollen hier Menschen in ihrem Berufsalltag ruhig und konzentriert arbeiten. 72 Einzelbüros und darüber hinaus noch Konferenzräume bietet der Coworking Space „Orangery“, der im sanierten Komplex zuhause ist. „Insgesamt sind das hier 196 Arbeitsplätze“, berichtet Dominik Groenen, der mit Bruder Sebastian die „Orangery“ in Hildesheim aus der Taufe hob.

Die ersten Büros in der Ohligser Niederlassung sind schon in Benutzung: Ofiziell ging der Betrieb an der Prinzenstraße am 1. August los – soll aber im Verlauf dieses Monats immer mehr Fahrt aufnehmen. Wie lange sich Büroarbeiter an den Arbeitsplätzen einmieten, ist sehr verschieden: Von einem Tag bis zu Monaten ist alles möglich.

Der eine entflieht durch den Weg in den Coworking Space dem Homeoffice und den damit verbundenen Ablenkungen, andere ersparen sich die Kosten einer teuren Büroausstattung. Und schließlich komme man an dieser Stelle auch mit Menschen aus ganz anderen Berufsrichtungen ins Gespräch, lerne neue Perspektiven kennen und könne sich entsprechend austauschen, sagt Sebastian Groenen, während er Besucher durch die Räume führt.

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Auch wer für knifflige Aufgaben oder Gespräche einen Rückzugsort braucht, findet ihn dort: Was derzeit im noch nicht ganz fertigen Zustand ein bisschen an eine Sammlung von Umkleidekabinen im Modehaus erinnert, soll den Mietern ermöglichen, in Ruhe wichtige Telefonate zu führen.

Das gewisse Flair von Industriebrachen als moderne Arbeitsräume hat es den Unternehmern ganz offensichtlich angetan: Alt und neu ergeben auch im über 100 Jahre alten Gebäudekomplex eine charmante Mischung. Hier die unverputzten weißen Wände, dort die Glastüren, die die Mieter mithilfe einer App jederzeit öffnen können, dahinter ergonomische Sitzmöbel und höhenverstellbare Tische.

Im Mittelgang, dessen Decke eine industriell wirkende Lampenleiste durchzieht, vermittelt ein Podest mit eleganten gepolsterten Sesseln einen Eindruck von urbaner Modernität und gleichzeitig Gemütlichkeit. „Das hier könnte genauso auch in Berlin-Mitte oder in München sein“, sagt Dominik Groenen.

Ziel der „Orangery“ sei es aber gewesen, Coworking-Spaces gerade auch außerhalb großer Metropolen zu etablieren. Standorte gibt es inzwischen außer in der niedersächsischen Gründungsstadt in Stralsund, Rostock und Magdeburg, weitere Eröffnungen sind geplant. Solingen gilt mit einer Fläche von 3200 Quadratmetern als bislang größter Standort.

Alles fertig ist freilich noch nicht, das ist nicht nur am Außengerüst klar zu erkennen. Die Lieferengpässe haben auch das Groß-Projekt an der Prinzenstraße in Ohligs nicht verschont. Man sei aber im Endspurt, betonen die Betreiber der Büroräume.

Auch im nebenan gelegenen MAKU Restaurant sind erkennbar noch einige Arbeiten zu erledigen, die ebenfalls noch einige Wochen in Anspruch nehmen werden. Eine Eröffnung zum 1. September bezeichnet Investor Mirko Novakovic aber als realistisch.