Solingen: Polizeipräsident Markus Röhrl soll sein Amt bald antreten

Markus Röhrl : Der neue Polizeipräsident soll sein Amt bald antreten

Der 55-jährige Markus Röhrl wird der neue Vorgesetzte von etwa 1700 Polizisten im Bergischen Land. Der Jurist gilt als technikbegeistert sowie als Experte bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität.

Der 55-jährige Markus Röhrl wird der neue Vorgesetzte von etwa
1700 Polizisten im Bergischen Land. Der Jurist gilt als technikbegeistert sowie als Experte bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität.

Knapp fünf Monate lang ist die Polizei im Bergischen Land mittlerweile schon "kopflos". Doch nachdem die alte Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher im September des zurückliegenden Jahres den Chefposten im Präsidium an der Friedrich-Engels-Allee in Wuppertal-Barmen geräumt hatte, um Regierungspräsidentin in Düsseldorf zu werden, naht nun — ebenfalls aus der Landeshauptstadt — auch der Ersatz.

Wie das NRW-Innenministerium gestern auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, wird der bisherige Chef der Düsseldorfer Kripo, Markus Röhrl, neuer Chef der bergischen Polizeibehörde.

Dies habe die Landesregierung bei ihrer Kabinettssitzung am Dienstag entschieden, sagte ein Ministeriumssprecher. Der gebürtige Benrather wird damit demnächst das einzige deutsche Polizeipräsidium führen, das mit Solingen, Wuppertal und Remscheid gleich drei Großstädte mit zusammen mehr als 600.000 Einwohnern umfasst.

Ob der zukünftige Polizeipräsident bereits im Februar seinen Dienst im Bergischen antreten wird, steht indes noch nicht fest. "Die Versetzung wird so schnell wie möglich erfolgen", hieß es aus der Landeshauptstadt, wo der verantwortliche Minister vor allem die Doppel-Qualifikation Markus Röhrls für den Job hervorhob. "Er ist Jurist und Polizist und somit bestens geeignet, die NRW-Polizei im bergischen Städtedreieck zu führen", lobte Innenminister Herbert Reul (CDU) den Neuen.

Tatsächlich ist Röhrl eine Art Quereinsteiger. So studierte der heute 55-Jährige nach dem Abitur zunächst Jura, ehe er — nach einem Jahr als Anwalt — 1995 in Köln bei der Polizei begann. Was folgte, waren Stationen beim Auswärtigen Amt, beim polizeilichen Staatsschutz im NRW-Innenministerium, als Fachmann für die Bekämpfung der Internetkriminalität beim Landeskriminalamt sowie zuletzt, ab 2016, als Chef der Kriminalpolizei Düsseldorf.

Dort krempelte er nach seinem Amtsantritt die Kripo mit rund 600 Beamten maßgeblich um. Beispielsweise erweiterte der neue Leiter das Raubdezernat um eine zentrale Ermittlungsstelle für Intensivtäter, verband die Drogenfahndung mit dem Dezernat für Organisierte Kriminalität und sagte überdies Taschendieben mit der Ermittlungskommission "Pocket" erfolgreich den Kampf an.

Dementsprechend gilt Markus Röhrl in Polizeikreisen als ein "Macher" — zumal dem Juristen der Ruf vorauseilt, neuen Techniken in der Polizeiarbeit ausgesprochen aufgeschlossen gegenüberzustehen. Als Chef der Kripo in der Landeshauptstadt forcierte er unter anderem nämlich auch die Nutzung einer modernen Software, mit deren Hilfe sich mögliche Tatorte von Einbrüchen schon im Voraus berechnen lassen sollen.

Eine Erfahrung, die Röhrl bei seinem neuen Job im Bergischen Land durchaus zugute kommen dürfte. Denn immerhin kommt der Eindämmung der Einbruchskriminalität im Bereich des Polizeipräsidiums Wuppertal, trotz eines zuletzt zu registrierenden leichten Rückgangs der Fallzahlen in Solingen, nach wie vor eine hohe Bedeutung zu — wobei die Kapazitäten innerhalb der Behörde wegen des chronischen Personalmangels und des damit einhergehenden Überstundenberges begrenzt bleiben werden.

Umso mehr hob der zukünftige Polizeipräsident nach der gestrigen Entscheidung der Landesregierung seine Qualitäten als "Teamplayer" heraus. "Wir übernehmen gemeinsam Verantwortung für die Sicherheit der Menschen in Solingen, Remscheid und Wuppertal — und zwar jeden Tag", sagte Markus Röhrl, der unterstrich, er freue sich "auf die neue Aufgabe und engagierte Mitarbeiter".

(RP)
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