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Solingen: Politik fordert kurzfristig Neupflanzungen

Baumfällungen an der Burger Landstraße in Solingen : Politik fordert kurzfristig Neupflanzungen

Am Montag wurden auf der Burger Landstraße insgesamt zehn kranke Bäume gefällt. Am heutigen Dienstag beginnen die Baumpflegearbeiten an der L 405, und zwar von der Krahenhöhe bis nach Unterburg.

Die Maschine packt zu. Im oberen Baumteil greift sie einen dicken, gut drei bis vier Meter langen Stamm. Sofort nimmt die Säge die Arbeit auf und trennt den Stamm vom unteren Teil des Baumes. Das alles geschieht für das Umfeld vollkommen gefahrlos. Nichts fällt unkontrolliert zu Boden. Das Holz wird von dem sogenannten Harvester, einem „Holzvollernter“, schließlich auf die Fahrbahn der Burger Landstraße gelegt. Mitarbeiter des Baumfällunternehmens zerkleinern mit ihren Motorsägen den Stamm in handliche Stücke. Größere Stämme werden ohne weitere Bearbeitung sofort auf einen Lkw zum Abtransportiert verladen. Kleinere Äste werden noch vor Ort gehäckselt.

„Es läuft diesmal problemlos, wir kommen gut voran“, sagt ein Mitarbeiter des Unternehmens, das mit den Baumfällarbeiten auf der Burger Landstraße am Montag von der Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen.NRW beauftragt worden war.

Insgesamt zehn Bäume wurden gestern an der L 407 gefällt. „Die Bäume sind krank und nicht mehr ausreichend standsicher“, betont Straßen.NRW in einer Pressemitteilung. Offenbar haben diese Begründung diesmal auch Anwohner der Burger Landstraße akzeptiert – Proteste blieben jedenfalls aus. Am heutigen Dienstag werden die ebenfalls angekündigten Pflegearbeiten an den Baumkronen vorgenommen, und zwar auf der gesamten Strecke der L 407 von der Krahenhöhe bis nach Unterburg. Dabei wird das Totholz aus den Kronen der Bäume entnommen, um die Verkehrssicherheit zu wahren. Gleichzeitig wird das Lichtraumprofil in voller Höhe wieder hergestellt. Zudem die Oberleitungen der Obusse freigeschnitten, um Schäden zu vermeiden.

Mit den Arbeiten einverstanden sind der neue Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid, Paul Westeppe, sowie Enrique Pless und Bernd Krebs, Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Beirats Untere Naturschutzbehörde. „Zusammen mit dem Stadtdienst Natur und Umwelt haben wir uns vergangenen Donnerstag vor Ort noch einmal die zu fällenden Bäume angeguckt. Die Bäume sind krank und stellen eine Verkehrsgefährdung dar“, sagt Bernd Krebs. Die Dürre-Sommer hätten den Bergahornen zugesetzt. Die Schäden seien irreparabel und durch Rückschnitte nicht zu lösen.

Gleichzeitig lobt er diesmal die gute Kooperation mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW. Denn anders als im Dezember 2019, als es zu massiven Protesten der Anwohner wegen der Baumfällungen gekommen war, ist die Untere Naturschutzbehörde der Stadt diesmal im Vorfeld durch den Landesbetrieb kontaktiert worden. Gemeinsam wurden daraufhin die Bäume im Vorfeld genau begutachtet. „Normalerweise hat der Landesbetrieb jetzt fünf Jahre Zeit, um Neupflanzungen vorzunehmen“, erklärt Bernd Krebs.

Enrique Pless und Bezirksbürgermeister Paul Westeppe bekräftigten beim Ortstermin vergangene Woche allerdings, dass die Ersatzpflanzungen „kurzfristig“ vorgenommen werden. „Ich gehe davon aus, dass die Neupflanzung von Bäumen, die bereits eine entsprechende Größe haben sollten, im Frühjahr 2021 erfolgt“, so der stellvertretende Vorsitzende des Beirats Untere Naturschutzbehörde.