Solingen: Politik befürchtet Staus rund um Rasspe-Gelände

Bezirksvertretung Solingen-Mitte: Politik befürchtet Staus in Stöcken

In der Bezirksvertretung wurde Kritik an der geplanten Zufahrt zum Rasspe-Gelände geäußert. Ein Radweg soll geplant werden.

Wenn im geplanten Gewerbegebiet „Stöcken 17“ rund 500 Menschen ihre Arbeitsstelle haben, soll die Zufahrt in der Kurve nahe der Einmündung Stöckerberg liegen. Das stieß bei einigen Stadtteilpolitikern in der Bezirksvertretung Mitte auf Kritik. Durch die Lage der geplanten Zufahrt befürchten sie Verkehrsbehinderungen, die zu Staus auf der vielbefahrenen Straße zwischen Innenstadt und Kohlfurth führen können. Die Planer hoffen unter anderem auf einen Radweg, über den viele der Beschäftigten das ehemalige Rasspe-Gelände erreichen könnten. Die Planungen dafür sind jedoch noch nicht über das Stadium von Vorüberlegungen hinaus.

Das Gelände ist mit rund 6,5 Hektar die größte Gewerbebrache Solingens. Die städtische Wirtschaftsförderung hat das Gebiet vor drei Jahren übernommen, um darauf mittelfristig ein Gewerbegebiet mit einem innovativen Konzept zu entwickeln. Ein großer Teil der bestehenden Hallen soll abgerissen werden. In einigen Teilen ist der Boden zu sanieren. Mit den ersten Firmen in dem Gebiet rechnet man im Rathaus ab Ende 2020.

Mit mehreren Maßnahmen möchten die Planer gewährleisten, dass der Verkehrsfluss vom und auf das Gelände reibungslos läuft. Eine Ampel ist nicht vorgesehen. Die Einfahrt soll so gestaltet werden, dass Autofahrer, die aus Richtung Kohlfurth kommen, nicht stark abbremsen müssen, um auf das Gelände zu gelangen. Das würde den Verkehr in Richtung City behindern. Die Straße innerhalb des geplanten Gewerbegebietes soll U-förmig über das Gelände führen. Die Aus- ist unmittelbar neben der Einfahrt geplant. Damit Linksabbieger nicht für Stau auf dem Gelände sorgen, soll es sowohl eine Spur für Links- als auch eine für Rechtsabbieger geben.

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Zweifel an diesen Plänen meldete Andrea Soave (SPD) an: „Da ist im Berufsverkehr die Hölle los. Das wird für Staus sorgen“. Barbara Ginsberg (Linke) äußerte Befürchtungen, die Anwohner rund um die Cronenberger Straße könnten durch das erhöhte Lkw-Aufkommen Lärmbelästigung ausgesetzt sein.

Eine Hoffnung für die Verkehrssituation setzen die Planer unter anderem in den öffentlichen Busverkehr. Die Haltestellen sehen sie in ihrer Konzeption am Hausdurchgang des denkmalgeschützten Gebäudes an der Straße Stöcken vor. Außerdem bauen sie auf ein „innovatives Mobilitätskonzept“. Das beinhaltet etwa den Ausbau der Veloroute (gut ausgebauter Fuß- und Radweg) auf der ehemaligen Straßenbahntrasse von Solingen-Mitte über Schrodtberg zur Kohlfurth. Die Strecke soll an das überregionale Radwegenetz angeschlossen werden. Sie läuft direkt am ehemaligen Rasspe-Gelände entlang.

Die Planungen befinden sich nach Angaben von Rathaus-Sprecher Thomas Kraft noch in einem „ganz frühen Stadium“. Es seien noch nicht einmal die Eigentumsverhältnisse der betreffenden Grundstücke geklärt. Zudem stehe noch nicht fest, ob der Tunnel am Stöcker Berg, durch den die Straßenbahn früher fuhr, noch nutzbar sei. Gleiches gelte für den Tunnel am Schlagbaum. Kraft: „Es ist darum nicht davon auszugehen, dass kurzfristig eine Planung für diese Strecke vorgelegt werden kann.“

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