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Solingen: Personalexperten reagieren auf die Corona-Krise

Corona-Krise : Personalexperten stellten sich neu auf

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie Mitte März hat die insbesondere für klein- und mittelständische Firmen arbeitende Peiniger Personalberatung aus dem Dycker Feld in Gräfrath ihre Kompetenzen erweitert.

Personalberatung im Zeichen von Corona? „Direkt am ersten Tag des Lockdown Mitte März wurde uns ein großer Auftrag zwar nicht storniert, allerdings verschoben“, erzählt Anke Peiniger. Gleichwohl ist sie und Prokurist Jochem Blanke und die anderen fünf Mitarbeiter der 1993 gegründeten Personalberatung vom Lindgesfeld im Gewerbegebiet Dycker Feld in Gräfrath nicht in Schockstarre verfalllen, als die Corona-Pandemie um sich griff. „Wir haben Soforthilfe beantragt und schnell ausbezahlt bekommen und direkt die Köpfe zusammengesteckt, wie sich die Personalberatung in der sich abzeichnenden Krise aufstellen muss“, sagt Anke Peiniger.

Schnell war den Mitarbeitern des Gräfrather Unternehmens unmittelbar nach Ausbruch der Pandemie im März klar, dass die Personalberatung für die Unternehmen, insbesondere klein- und mittelständische Firmen, mit Blick auf Kurzarbeit und Coronavirus intensiviert werden müsse. Die Personalbeschaffung rückte zunächst etwas ins Hintertreffen, so Peiniger und Blanke. Ein Newsletter mit Tipps über den Umgang mit dem Coronavirus im Unternehmen sei sehr gut von den Firmen angenommen worden.

Gleichwohl stellten sie fest, „dass die Unternehmen weiter Personal brauchen. „Aber Mitarbeiter, die man bezahlen kann und in die Struktur des Unternehmens passen“. So genannte Funktionsträger, die in Rente gegangen sind, mussten ersetzt werden, führt Blanke an. „Aber Freigesetzte von großen Konzernen, die im Zuge der Corona-Krise ihren Job verloren haben, passen mit ihren Lohnvorstellungen nicht in die klein- und mittelständisch geprägte Solinger Firmenstruktur“, erklären die Personalexperten. Hinzu komme, dass der Mittelstand seine Personaldecke im Bereich der Funktionsträger angepasst hat. Von daher nimmt die Zeit, jemanden neuen zu suchen und einzustellen auch in Coronazeiten „drei bis sechs Monate“ in Anspruch. „In der Krise zeigte sich zudem die gute Personalführung“, sagt Anke Peiniger. Die Möglichkeit der telefonischen Krankmeldung sei gerade in gut geführten Betrieben weniger auffällig als anderswo. „Manche Mitarbeiter hatten aber auch einfach Angst, sich im Betrieb anzustecken“, ergänzt Jochem Blanke.

Drei Monate nach dem Lockdown sehen Peiniger und Blanke zwar noch keinen Aufwärtstrend in den Unternehmen, „aber sie haben gelernt, mit dem Virus professionell umzugehen. Aus der Schockstarre sind alle heraus“. Das treffe vor allem für die Industrie und hier bei den von Peiniger Personalberatung unterstützten klein- und mittelständischen Unternehmen zu.

Die Corona-Krise habe mit Blick auf Homeoffice und Digitalisierung aber auch zu einem Umdenken in manchen Firmen geführt. Beispielsweise im Bereich der flexiblen Arbeitszeiten. Oder insbesondere bei der immer noch weit verbreitenden Denkweise „können wir nicht, wollen wir nicht“.

Die Peiniger Personalberatung führt für Unternehmen auch Bewerbungsgespräche durch. „Wir bieten das derzeit als Videokonferenz an oder aber mit dem notwendigen Abstand und Hygienekonzepten in unserem Büro“, sagt Jochem Blanke. Er hält den „sinnlichen Eindruck“ bei einem Face-to-Face-Gespräch gleichwohl für sehr wichtig, und der eben mehr ist und aussagt als lediglich ein Videobild.

Anke Peiniger und Jochem Blanke sind nach eigenen Angaben „bis jetzt“ mit einem blauen Auge davongekommen, sagen sie rückblickend auf drei Monate Corona-Pandemie. „Das liegt vor allem daran, dass wir nicht gejammert, sondern schnell gehandelt und unsere Kompetenzen erweitert haben.“