Solingen: Ort des Trauern und des Lebens eingeweiht

Friedhof in Ohligs : Sternenkinderfeld: Ort des Trauerns und des Lebens

Die katholische Pfarrgemeinde St. Sebastian weihte am Sonntag ihr Sternenkinderfeld ein.

„Wir feiern heut` ein Fest“ sangen die Kinder, als die rund 100 Besucher unter der markanten Rotbuche angekommen waren. „Fröhliche Lieder auf einem Friedhof? Passt das?“ fragte Pfarrer Meinrad Funke rhetorisch – und gab die Antwort später selbst: „Dies ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch des Lebens.“

Im Anschluss an die Messe in St. Joseph weihte er am Sonntag das von ihm federführend betreute Leuchtturmprojekt der Pfarrgemeinde St. Sebastian ein, an dem so viele helfende Hände mitgewirkt hatten: Das Sternenkinderfeld, zentral gelegen auf dem Friedhof unterhalb der katholischen Ohligser Kirche, soll künftig eine Ruhestätte sein für kleine Menschen, die als Fehl- oder Totgeburten das Licht der Welt gar nicht erblicken konnten oder kurz nach der Geburt starben. Und es soll auch ein Ort sein, an dem Eltern und Geschwister ihr Andenken wachhalten können. Zuvor hatten sie dafür nach Gräfrath ausweichen müssen.

Den Anstoß für das Projekt hatte vor mehreren Jahren der damalige Friedhofsverwalter Walter Hock gegeben. Seine Nachfolgerin Birgit Di Gaetano führte das Werk fort – und fand tatkräftige Unterstützung in Kirchenvorstand, Ausschüssen und bei den Pfadfindern: Der Stamm der Tenkterer bereitete unter anderem im Rahmen der 72-Stunden-Aktion im Mai den Boden für das Feld.

Und auch das Netzwerk um Hebamme Raica Vermeegen traf sich dort regelmäßig zur Arbeit. „Heute geht ein Herzenstraum in Erfüllung“, kommentierte sie die Eröffnung des Feldes, das durch Spenden finanziert ist: Denn die betroffenen Eltern, die sich über religiöse Grenzen hinweg an die Friedhofsverwaltung wenden können, sollen für ein Grab nichts zahlen müssen. Zugleich sollen sie Begleitung und Beistand finden, unter anderem in einer Selbsthilfegruppe, die Raica Vermeegen ins Leben rufen will.

Indirekte Helfer der Gemeinde waren Bienenvölker, die auf dem Friedhof an der Hackhauser Straße in Ohligs zuhause sind: Ihren Honig verkauft die Gemeinde im Pastoralbüro zugunsten des Sternenkinderfeldes.

Aus dem ragt eine mit Sternen verzierte Stele, gespendet von Grabmale Globisch, empor. Auf einem Gedenkstein daneben ist ein Ludwig-Uhland-Zitat zu lesen: „Du kamst, Du gingst mit leiser Spur, ein flüchtiger Gast im Erdenland. Woher? Wohin? Wir wissen nur: aus Gottes Hand in Gottes Hand.“

Kontakt für Betroffene Eltern:
Telefon 231 40 00.