Solingen: Ohligser Festhalle hat neuen Eigentümer

Hitzegrad verkauft an Kölner Geschwister : Ohligser Festhalle hat neuen Eigentümer

Familie Hitzegrad bestätigt den Verkauf an Unternehmer aus Köln.

Der mögliche Verkauf der Festhalle Ohligs ist seit Jahren Gesprächsthema im Stadtteil: Jetzt ist es passiert. „Die Ohligser Festhalle ist verkauft“, sagte André Hitzegrad, Gastronom und bisher Eigentümer, auf Nachfrage. Die neuen Eigentümer seien Geschwister aus Köln. Die Unternehmer hätten die Festhalle als „Investment“ erworben, so Hitzegrad. Sie wollen die Halle weiterhin als Veranstaltungsraum betreiben.

Für die Solinger werde sich nichts ändern, erklärt Hitzegrad. Die bekannten Feste wie Karneval, 90er-Jahre-Party oder Tanzveranstaltungen sollen unverändert stattfinden, weiß Hitzegrad. Er selbst werde mit seinem gastronomischen Betrieb weiterhin bei Veranstaltungen zur Verfügung stehen. „Wir sind dann allerdings Mieter.“

Einige der bisherigen Nutzer müssen sich jedoch auf ein paar Veränderungen einstellen: Die Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen etwa hatte bisher einen Raum in der Halle. Die neuen Eigentümer möchten aber nicht, „dass so viele Schlüssel im Umlauf sind“, erklärt André Hitzegrad. Deshalb sei die Landsmannschaft gebeten worden, den Raum abzugeben.

Ohligs Bezirksbürgermeister Marc Westkämper (CDU) sagt: „Es ist bedauerlich, dass mit der Familie Hitzegrad alteingesessene Ohligser die Festhalle abgegeben haben.“ Er hoffe aber, dass die Halle auch weiterhin für kulturelle Veranstaltungen und für die Vereine des Stadtteils zur Verfügung stehe. Zudem hofft der Bezirksbürgermeister darauf, dass der neue Eigentümer in die Halle investieren werde.

Die Festhalle wurde von der Stadt Solingen errichtet. Im Jahr 2011 hatten die Gastronomen Hitzegrad die Halle übernommen. In dem Kaufvertrag wurde damals festgelegt, dass die Festhalle mindestens bis zum 31. Dezember 2018 „als örtliche Bürgerbegegnungsstätte der Allgemeinheit zur Verfügung stehen“ muss. Außerdem musste bis dahin sichergestellt werden, dass Vereine, Organisationen, Bildungseinrichtungen oder Firmen sowie Privatpersonen Räumlichkeiten in der Festhalle „zu einem angemessenen Entgelt mieten können“.

Bei einem Verstoß gegen diese Zweckbindung hätten 300.000 Euro an die Stadt zurückgezahlt werden müssen. Hintergrund war, dass die Stadt Solingen öffentliche Fördergelder in Höhe von 2,5 Millionen Euro für den Ausbau der Halle erhalten hat und dafür die Zweckbindung eingegangen ist. Die Firma Hitzegrad hatte sich im Kaufvertrag dazu verpflichtet, diese zu übernehmen und im Verkaufsfall an den Nachfolge-Eigentümer weiterzugeben. Sollte dagegen verstoßen werden, könnte die Stadt die Halle zurückkaufen.

(Boll)