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Solingen: Ohligs hat wieder ein Bürgerbüro

Nach zwei Jahren Unterbrechung : Viele Termine in Ohligser Bürgerbüro bereits vereinbart

Nach zweijähriger Pause gibt es in Ohligs ab sofort wieder ein Bürgerbüro. Für März wurden schon 600 Termine vereinbart. Perspektivisch will die Stadt nicht nur KfZ- und Passangelegenheiten, sondern weitere Services anbieten.

Die Zeiten sind im ständigen Wandel. Als Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Dienstagmittag gegen 14.30 Uhr die Räumlichkeiten des neuen Bürgerbüros im Zentrum von Ohligs betrat, da fühlte sich der OB – zumindest für einen kurzen Augenblick – in längst vergangene Zeiten versetzt. „Früher habe ich hier als Kind einmal im Jahr mein Sparschwein abgegeben“, erinnerte sich Kurzbach an jene Tage, als in dem Gebäude an der Ecke Grünstraße / Düsseldorfer Straße noch die Stadt-Sparkasse Solingen untergebracht war.

Doch das ist Geschichte – und die Phase ohne eigenes Bürgerbüro gehört im größten Solinger Stadtbezirk Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid endlich der Vergangenheit an. Denn ab dem heutigen Mittwoch müssen Bürger, die zum Beispiel einen neuen Führerschein benötigen oder einen Personalausweis beantragen wollen, erstmals seit rund zwei Jahren nicht mehr nach Mitte oder Höhscheid fahren, sondern können ihre Angelegenheiten fortan wieder vor Ort im neuen Bürgerbüro erledigen.

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Tatsächlich war das alte Bürgerbüro an der Kieler Straße direkt zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 geschlossen worden, da die dortigen Verhältnisse zu beengt wirkten, als dass noch ein sicherer Kundenverkehr möglich gewesen wäre. Wobei die Verantwortlichen im Rathaus in der Folgezeit aus der Not sozusagen eine Tugend machten, indem sie die alten Räumlichkeiten schließlich endültig aufgaben und stattdessen im bisherigen Sparkassen-Gebäude das neue Bürgerbüro einrichteten.

 Am Eingang können sich Solinger – unter anderem mit ihrem Smartphone – digital anmelden.
Am Eingang können sich Solinger – unter anderem mit ihrem Smartphone – digital anmelden. Foto: Peter Meuter

Der Grund: Nachdem die Stadt-Sparkasse im vergangenen Jahr in ihre neue Geschäftsstelle am Ohligser Marktplatz gezogen war, erschien die Gelegenheit passend, nach dem Bürgerbüro in Mitte auch die Anlaufstelle in Ohligs in einer ehemaligen Sparkassen-Immobilie unterzubringen.

Nach dem Dafürhalten der Stadtverwaltung liegen die Vorteile der neuen Räumlichkeiten auf der Hand. So stehen an der Grünstraße jetzt neun Plätze zur Verfügung, an denen die insgesamt sieben Mitarbeiter die Bürger bei Behördenangelegenheiten bedienen können. Zum Vergleich: An der Kieler Straße waren es lediglich fünf Plätze gewesen. Und auch sonst bieten die hellen Räumlichkeiten im modernen sowie barrierefreien Bürgerbüro erheblich weitergehende Möglichkeiten, die in Zukunft den Kontakt zwischen Bürgern und Stadt vereinfachen sollen.

„Wir planen, auch Ausländer-, Fundsachen- und Gewerbeangelegenheiten ins Bürgerbüro zu integrieren“, sagte Rechts- und Ordnungsdezernent Jan Welzel, der zudem auf zusätzliche Chancen durch die Digitalisierung verwies. Welzel: „Mit den neuen Bürgerbüros verfügen wir über zentrale Bürger-Anlaufstellen, wie es sie in unserer niederländischen Partnerstadt Gouda bereits seit längerem gibt“.

Die ersten Reaktionen auf das neue Bürgerbüro lassen die Stadt Solingen jedenfalls hoffen, dass das Angebot sofort gut angenommen wird. So wurden seit der Freischaltung der Online-Buchung am zurückliegenden Donnerstag allein für den Mittwoch als Premierentag über 200 Termine an der Grünstraße vereinbart. Und für den gesamten Monat März wurden sogar schon rund 600 Bürger-Termine im Termin-Vereinbarungssystem online beziehungsweise über die Solingen-App vergeben.

Gleichzeitig, so betonten OB Tim Kurzbach und Dirk May als Leiter des Stadtdienstes Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung bei der Präsentation der neuen Räume, sind aber auch weiter telefonische Anmeldungen über das Bergische Service-Center (Rufnummern 290-3201, -3202, -3203, -3204) vorgesehen. Und spontane Besuche im Bürgerbüro sind ebenfalls nach wie vor möglich. „Dann müssen die Bürger nur eine längere Wartezeit als bei Buchungen einkalkulieren“, sagte Tim Kurzbach, der am Dienstag – wie in alten Zeiten – nicht mit leeren Händen erschienen war.

Statt eines Sparkassen-Sparschweins hatte der Oberbürgermeister diesmal allerdings einen Geschenkkorb für die Bürgerbüro-Mitarbeiter als „Nervennahrung“ mitgebracht.