Solingen: Neues Hallenbad wird gut angenommen

Interview : Hallenbad Vogelsang ein Vorbildprojekt

Die Bädergesellschaft ist mit dem Zuspruch nach der Eröffnung des Hallenbads Vogelsang sehr zufrieden.

Frau Olsen-Buchkremer, seit einigen Tagen ist das Hallenbad Vogelsang geöffnet. Wie zufrieden sind Sie mit dem Start des Badebetriebs?

Olsen-Buchkremer Ich bin extrem zufrieden. Die Eröffnungsfeier war sehr schön, und die Fertigstellung des Familienbades ein Meilenstein für Solingen. Wir haben relativ wenig Werbung für das Bürgerfest zur Eröffnung gemacht, auch deshalb wurden unsere Erwartungen übertroffen. Der Besuch von über 1000 Gästen zeigt das große Interesse der Solinger Bürgerinnen und Bürger. Besonders schön war das Wiedersehen mit vielen Stammgästen, die unsere Mitarbeitenden seit der Schließung des alten Hallenbades nicht mehr gesehen haben. Herzergreifend. Die Besucherzahl der ersten Betriebstage spricht auch dafür, dass das Bad gut angenommen wird.

Sind die Bauarbeiten am Hallenbad nach Plan gelaufen?

Olsen-Buchkremer Insgesamt kann man sagen, dass alles so geklappt hat, wie wir das geplant hatten. Natürlich ist noch nicht alles ganz fertig. Jahreszeiten bedingt wurden die Außenanlagen noch nicht fertiggestellt. Das Eröffnungsdatum konnten wir einhalten, jetzt sind noch ein paar „Feintunings“ und Mängelbeseitigungen zu erledigen. Auch hier machen unser Fachpersonal und der Generalübernehmer hervorragende Arbeit.

Was hat das Solinger Projekt mit dem Abriss und Neubau des Hallenbades von früheren Projekten unter Ihrer Leitung unterschieden?

Olsen-Buchkremer Der Ersatzneubau des Hallenbades Vogelsang wurde an einen Generalübernehmer übergeben, der den Bau durchgeführt hat. Das kannte ich aus meinen vorherigen Projekten nicht. Auf Basis einer detaillierten Leistungsbeschreibung haben wir die Firma Pellikaan mit dem Bau eines betriebsbereiten Schwimmbades beauftragt. Deshalb waren wir insgesamt weniger in die Planung und die Einzelheiten des Baus eingebunden.

Welche besonderen Herausforderungen mussten während der Bauarbeiten gemeistert werden?

Olsen-Buchkremer Die große Herausforderung war es, schnelle – und hoffentlich richtige – Entscheidungen während der Bauphase zu treffen, damit Pellikaan den engen Zeitplan einhalten konnte. Auch das Budget von neun Millionen Euro war selbstverständlich eine Herausforderung. Ich finde aber, dass wir viel Familienbad für dieses Budget bekommen haben.

Erwarten Sie, dass der Neubau als Vorbild für weitere Neubauprojekte von Hallenbädern in anderen Städten gilt?

Olsen-Buchkremer Ja, das denke ich schon. Viele andere Städte haben nachgefragt, ob sie sich das Projekt anschauen können. Sie sind ­daran interessiert, ein Bad nach einem ähnlichen Ablauf neu zu bauen. Allerdings muss man auch sagen, dass die Baupreise in den vergangenen zwei Jahren sehr stark gestiegen sind und wir Glück hatten, das Bad für dieses Budget zu bekommen. Das ist heute so sicher nicht mehr machbar.

Was erhoffen Sie sich als Geschäftsführerin der Solinger Bädergesellschaft durch das neue Hallenbad für die Entwicklung in der Klingenstadt im Bereich der Schwimmbäder?

Olsen-Buchkremer Erstmal werden sich die Schwimmer wieder mehr aufteilen können. Im Sportbad Klingenhalle bleiben Zeiten für das öffentliche Schwimmen, aber insgesamt wird dort primär das Vereins- und Schulschwimmen stattfinden. Die Kooperation der Vereine um eine Angebotserweiterung mit zum Beispiel Stilschwimmen für Schwimmer, sehe ich sehr positiv. Das Vogelsang können Freizeitschwimmer nutzen. Ich hoffe, dass wir durch das ganze Projekt und die Aufmerksamkeit vielleicht auch Solinger zum Schwimmen animieren können, die vorher nicht daran interessiert waren. In den ersten Tagen haben wir gemerkt, dass ganz viele junge Familien das neue Schwimmbad besuchen. Das freut mich sehr, dass der attraktive Kleinkinderbereich mit Planschbecken und Spraypark von dieser neuen Zielgruppe so gut angenommen wird.

Welche nächsten Projekte plant die Bädergesellschaft für Solingen?

Olsen-Buchkremer Im Moment sind wir in der Vorbereitung für das Heidebad. Dort bereiten wir alles für den Ende Mai geplanten Saisonstart vor. Wir haben vom Finanzausschuss für die nächsten drei Jahre 50.000 Euro pro Jahr bewilligt bekommen, mit dem wir im Freibad notwendige Reparaturen durchführen.

Wie sieht Ihre persönliche Vorstellung der Zukunft aus?

Olsen-Buchkremer Ich möchte unser Team stärken, weiterbilden und einige Abläufe auch in der Verwaltung effektiver gestalten. Meine vier Erfolgsfaktoren für Schwimmbäder – Sicherheit, Sauberkeit, Service und Spaß – sollen weiterentwickelt werden, um auch in der Zukunft zufriedene Schwimmer zu haben. Ich fühle mich in Solingen sehr wohl und freue mich, die nächsten Projekte anzupacken.

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