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Solingen: Neuer Technischer leiter im Theater

Interview : Die Zukunft des Theaters mitgestalten

Seit Frühjahr arbeitet der gebürtige Essener Dirk Beck als neuer Technischer Leiter des Theater und Konzerthauses. Beck wechselte vom Essener Aalto Theater in die Klingenstadt.

Sie sind gerade als technischer Leiter vom Aalto Theater in Ihrer Heimatstadt Essen nach Solingen gewechselt. Wie kam es dazu?

Beck Ich hatte mich aus persönlichen Gründen zu der Veränderung entschieden. Dann erfuhr ich, dass Klaus-Peter Voigt als technischer Leiter in Solingen in den Ruhestand geht. Mit ihm hatte ich dann im vergangenen Herbst ein sehr angenehmes Kennenlern-Gespräch, sprach auch mit Hans Knopper (bis Februar 2020 Leiter des Kulturmanagements, die Redaktion) und beschäftigte mich mit dem Theater und Konzerthaus und seinem Programm ...

...das andere Schwerpunkte setzt als an Ihrer bisherigen Wirkungsstätte in der Oper.

Beck Ja. Ich war 31 Jahre lang am Aalto Theater und habe in dieser langen Zeit natürlich viele Opern auch zwei oder dreimal gesehen. Im Solinger Theater und Konzerthaus reizt mich die Mischung aus Schauspiel, Comedy und anderen Formaten. Außerdem ist es eine spannende Aufgabe, die Zukunft des Hauses mitzugestalten, das Theater technisch immer auf dem neuesten Stand zu halten und so auch späteren Generationen etwas zu hinterlassen, worauf sie aufbauen können.

War der Weg zum Theater direkt vorgezeichnet?

Beck Eigentlich gar nicht. Ich war immer sehr technik-affin und machte erst einmal eine Ausbildung zum Elektroanlagemechaniker. Danach war ich vier Jahre als Ausbilder bei der Bundeswehr. Schließlich stand ich vor der Entscheidung, ob ich beim Bund bleibe oder wieder in die Wirtschaft gehe und meldete mich arbeitssuchend. Das Aalto Theater hatte gerade eröffnet und suchte einen Beleuchter. Ich stellte mich vor und landete im Theaterbetrieb. Nachdem ich dann den Meister gemacht hatte, war ich als Beleuchtungsmeister und danach als Leiter der Beleuchtungsabteilung eingesetzt. Und als schließlich der technische Direktor wieder zurück nach Berlin ging, kam das Haus auf mich zu und fragte, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen könnte. Die habe ich dann acht Jahre lang ausgefüllt.

An welche Produktionen denken Sie besonders gern zurück?

Beck Da fallen mir viele ein. Direkt am Anfang zum Beispiel „Don Carlos“, oder auch „Aida“, die 1990 inszeniert wurde und noch immer gespielt wird, das sind Opern, die einfach im Kopf bleiben. Dazu kommen noch „Carmen“, „Don Quichotte“ oder „Don Giovanni“. Und natürlich denkt man da auch immer an die Regisseure, mit denen man zusammenarbeiten durfte. Dietrich Hilsdorf war für mich der Regisseur schlechthin. Er hat im Januar in Essen noch „Kain und Abel“ inszeniert. Das war für mich die Gelegenheit, mit seiner Produktion abzuschließen, sodass ich die szenische Lichtgestaltung übernahm. Wir haben auch weiterhin Kontakt.

Nun gab es bekanntlich direkt nach Ihrem Wechsel erst einmal die coronabedingte Pause. Was konnten Sie – abgesehen von der Betreuung der Live-Streams – in dieser Zeit tun?

Beck Zunächst konnte ich das Haus und die Kollegen besser kennenlernen. Und die Mitarbeiter fragen sich natürlich auch, wer kommt da und wie tickt der? Ich glaube, alle Kollegen merken, dass mir die menschliche Schiene sehr wichtig ist. Sie sollen in alles, was ich auf den Weg bringen möchte, eingebunden sein. Es ist ein sehr angenehmes Umfeld.

Worauf freuen Sie sich besonders – wenn eines Tages wieder ein Normalbetrieb möglich ist?

Beck Ich freue mich erstmal wieder, Produktionen auf die Bühne zu bekommen. Und ich möchte gerne das Publikum kennenlernen, die Bürger bei einem Tag der offenen Tür so nah wie möglich in Kontakt zu den Kollegen zu bringen.

Sie haben auch manchmal einen vierbeinigen Begleiter dabei.

Beck Ja, das ist unser Hund Lennox. Ihn konnte ich schon in Essen mitnehmen, und auch in Solingen hat er das Theater schon kennengelernt. Er kommt bei den Kollegen gut an und ist offensichtlich gerne hier.