Solingen: Neue Manipulationen an Baum-Markierungen

Baumfällungen in Solingen : Neue Manipulationen an Baum-Markierungen

In Remscheid wurden weitere Veränderungen an Zeichen entdeckt. Straßen.NRW bleibt dabei, dass an der Burger Landstraße gefällt werden muss.

Der Streit um Straßenbäume, die gefällt werden sollen, schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem ein unbekannter Täter an der Burger Landstraße zuletzt die Markierungen an zur Fällung vorgesehenen Bäumen mit Farbe überpinselt hatte, bildete sich in den zurückliegenden Tagen im Internet eine neue Facebook-Gruppe, die unter der Bezeichnung „Solinger schützen Straßenbäume“ binnen weniger Stunden 100 Mitglieder zählte.

Dabei spielt sich der Kampf um die Bäume aber nicht allein in der virtuellen Welt ab. So sind in der Region während der zurückliegenden Tage weitere Manipulationen an Baum-Markierungen aufgetaucht – weswegen der für die an der Burger Landstraße in Solingen vorgesehenen Fällungen zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW nun Alarm schlägt. „Gerade im Winter besteht die Möglichkeit, dass geschädigte Bäume bei Sturm und Wind umkippen“, sagte in dieser Woche eine Sprecherin des Landesbetriebes auf Anfrage.

Dementsprechend wertet Straßen.NRW die entdeckten Manipulationen auch nicht als „Kavaliersdelikt“, sondern als einen „Eingriff in den Straßenverkehr“, durch den Menschen in Gefahr geraten könnten. Denn immerhin, so die Behörden-Sprecherin, gelte es jetzt zunächst, jeden einzelnen Baum noch einmal neu zu beurteilen und gegebenenfalls ein zweites Mal zu markieren – was wiederum Zeit kosten werde.

Der Grund hierfür: Bei den ersten Begehungen an der Burger Landstraße wurden zwar die markierten Bäume auf einer Liste festgehalten. Doch weil seitdem nicht alle dieser Eintragungen in ein für alle Straßen.NRW-Mitarbeiter zugängliches System übernommen wurden, besteht für den Landesbetrieb momentan die Problematik, dass unklar ist, welche Bäume genau gefällt werden müssen.

Im Klartext: In den folgenden Wochen ist es notwendig, die Bäume an der Burger Landstraße ein weiteres Mal genau unter die Lupe zu nehmen, ehe feststeht, welche der Straßenbäume stehen bleiben können beziehungsweise beseitigt werden müssen. Wobei erschwerend hinzukommt, dass im Bergischen Land in den vergangenen Tagen neue Manipulationsfälle entdeckt worden sind.

„Die betreffenden Stellen befinden sich im Stadtgebiet von Remscheid“, konkretisierte die Sprecherin von Straßen.NRW in diesem Zusammenhang. Zum einen sei eine Straße von Remscheid in Richtung Wuppertal betroffen. Und zum anderen seien Veränderungen auch an zuvor angebrachten Baum-Markierungen entlang der Straßenverbindung Remscheid – Radevormwald aufgetaucht, teilte der Landesbetrieb mit.

In der Klingenstadt selbst schwelt der Streit um die Straßenbäume seit etlichen Wochen. So war Mitte November sowohl von Anwohnern, als auch vonseiten der Stadt Solingen sowie durch Teile der Politik moniert worden, die Informationspraxis von Straßen.NRW lasse viel zu wünschen übrig.

An der Burger Landstraße sind 39 Bäume von einer Fällung bedroht. Vom Landesbetrieb werden die geplanten und zum Teil schon vollzogenen Rodungen mit dem Gesundheitszustand der Bäume begründet. Zudem hatte es bei Straßen.NRW zuletzt geheißen, im Zweifelsfall gehe immer die Verkehrssicherheit vor, was bedeutete, dass eventuell auch nicht so stark geschädigte Bäume fielen.

Foto: Guido Radtke

Anwohner hatten sich hingegen früh gegen die Fällaktion ausgesprochen und die Krankheitsbeschreibungen in Zweifel gezogen. Eine Befürchtung ist, dass die stehenbleibenden Bäume nach dem Verschwinden der Nachbarbäume ihrerseits an Standfestigkeit verlieren.