Solingen: Neue Debatte um Tempo-Blitzer

Straßenverkehr in Solingen : Neue Debatte um Tempo-Blitzer

Die Solinger Politik will Unfallbrennpunkte wie den Werwolf entschärfen.

Anfang 2020 wollen die Ratsfraktionen erneut über einen Tempo-„Blitzer“ am Werwolf beraten. Bei diesen Treffen soll es auch um weitere Unfallschwerpunkte gehen, die man entschärfen will. Tempo-Radaranlagen schlagen die Grünen vor. Mit der CDU ist das aber nicht zu machen. Für den Knoten am Werwolf hat die Bezirksvertretung Mitte zudem einen Kreisverkehr ins Gespräch gebracht. Den allerdings halten die Verkehrspolitiker der Ratsfraktionen nicht für realistisch. Für die Gesprächsrunden im Januar ist also Zündstoff vorhanden.

Als Unfallschwerpunkt hat die lokale Unfallkommission neben der Kreuzung Werwolf etwa auch den Knoten Schwarze Pfähle mit der Abfahrt der Viehbachtalstraße identifiziert, wo auf Druck der Bezirksregierung eine Ampel installiert wird. Die Debatten über „Blitzer“ an solchen Stellen hatten CDU, SPD, Grüne, BfS und FDP bei den Haushaltsberatungen auf Anfang 2020 vertagt, um die gemeinsame Mehrheit für den Etat nicht zu gefährden.

Im Fall der Kreuzung Werwolf/Birkerstraße/Schwertstraße hat der Rat beschlossen, eine Radaranlage aufstellen zu lassen, die über die Einhaltung des Ampelrotlichts wacht. Dazu müssen die Steuerungsgeräte der Ampeln modernisiert werden. Unnötig wäre dieser Umbau, wenn ein Kreisverkehr gebaut würde. Eine solche Variante soll das Rathaus nach einem Beschluss der Bezirksvertretung Mitte prüfen. Die Stadtteilpolitiker hatten dies mit großer Mehrheit aus CDU, SPD, Grünen, FDP, BfS und Linkspartei beschlossen.

An dieser Haltung hat sich Bezirksbürgermeister Richard Schmidt (SPD) zufolge auch durch den „Ampelblitzer“-Beschluss des Rates nichts geändert. Er und Bezirksvertreter Hansjörg Schweikhart (CDU) sprechen sich dafür aus, die Investitionen in die Ampelanlage und das Anmieten des Radargeräts solange zu schieben, bis die Prüfungen zum Kreisel abgeschlossen sind. Dieser wäre laut Schmidt sinnvoll, um Staus zu vermeiden. Zudem würde das Tempo des Durchgangsverkehrs gedrosselt. Ein weiterer positiver Aspekt sei, dass Autos von der Schwertstraße direkt in die Birkerstraße gelangen könnten. Schweikhart spricht sich zudem dafür aus, die Kosten für einen Kreisverkehr denen für die „Blitzer“ samt neuer Ampelanlage gegenüberzustellen.

Die Politiker des Stadtplanungs- und Mobilitätsausschusses fordern hingegen, den Ratsbeschluss zum „Rotlicht-Blitzer“ umzusetzen. Dies sicherte Rathaussprecherin Sabine Rische zu. Aber auch der Kreisel werde 2020 geprüft. Einen Widerspruch sieht sie darin nicht, weil es Jahre dauern würde, bis ein Kreisel umgesetzt würde. Große Chancen räumen die Verkehrspolitiker dem Kreisel nicht ein. Das Verkehrsaufkommen sei für eine solche Verkehrsführung zu groß, sagte der Ausschussvorsitzende Bernd Krebs (CDU). Zu einem solchen Ergebnis, so schildert der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Dietmar Gaida, sei die Verwaltung bereits bei früheren Untersuchungen gekommen. Es sei „nicht wirklich sinnvoll“, dies noch mal zu prüfen. Die Pläne, Ampeln technisch aufzurüsten, bezeichnet Krebs als richtig. An vielen Stellen müssten die Anlagen nach seiner Ansicht modernisiert werden, damit ihre Signale aufeinander abstimmt werden können. Das Ziel sei nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch ein besserer Verkehrsfluss.