Solingen: Neue Brücke wird gebaut

Brückenschlag : Arbeitsteilung über der Wupper

Die Behelfsbrücke über die Wupper an der Wipperauer Straße wird im Oktober/November eingehängt.

Als die Wupperbrücke in Nesselrath zwischen Solingen und Leichlingen im Sommer 2017 von heute auf morgen gesperrt wurde, hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Deppe (Rheinisch-Bergischer Kreis) zunächst Zweifel. „Einen Tag vorher konnten noch Lkw über die Brücke fahren – und dann ging auf einmal nichts mehr“, erzählt der Abgeordnete. Doch Nina Lajios, Ingenieurin der Technischen Betriebe Solingen, verteidigte die Sperrung und spätere einspurige Öffnung der maroden Brücke: „Die Risse unterhalb der Brücke an den Stützen waren deutlich größer geworden. Wir mussten sperren. Und im Nachhinein haben wir alles richtig gemacht“, sagt Lajios auch unter dem Eindruck der Brücken-Katastrophe von Genua.

Dass in Deutschland eine derartige Katastrophe wie jetzt in Italien passiert, schloss Lajios aus. „Unsere Brücken werden engmaschig von Prüfingenieuren untersucht“, so die Brückenexpertin. Jährliche Beobachtungen stehen hier auf dem Programm wie alle drei Jahre eine gründliche Untersuchung und alle sechs Jahre eine Hauptprüfung. Im Zuge dieser regelmäßigen Überprüfungen fielen die Schäden an der Wupperbrücke an der Haasenmühle auf. „Wir mussten handeln, auch wenn wir hier viel Unmut der Bürger erfahren haben“, sagt Nina Lajios.

Am gestrigen Mittwoch informierte sie neben dem Landtagsabgeordneten Deppe auch den Solinger Landtagsabgeordneten Arne Moritz sowie den stellvertretenden Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid, Paul Westeppe, über den Stand der Bauarbeiten für die Behelfsbrücke und die geplante neue Brücke an gleicher Stelle über die Wupper, die hier Solingen und Leichlingen trennt. Läuft alles nach Plan, soll im Oktober/November dieses Jahres die Behelfsbrücke eingehängt werden. 1,8 Millionen Euro kostet das Provisorium, 60 Prozent fördert davon das Land. Den Rest teilen sich Solingen und der Rheinisch-Bergische-Kreis. Diese Aufteilung gilt auch für die neue Brücke, die im März nächsten Jahres in Angriff genommen wird, allerdings doppelt so viel kostet wie die Behelfsbrücke. Im Frühjahr 2021 soll die neue Wupperbrücke stehen – die Behelfsbrücke wird dann wieder abgebaut.

Nina Lajios hebt das „unheimliche Tempo“ hervor, die nicht nur die Behelfsbrücke, sondern auch den eigentlichen Brückenneubau entstehen ließen. „Wir haben nur ein Jahr für diese Entscheidung und erste Umsetzungen gebraucht, obwohl zwei Bezirksregierungen, das Land und zwei Städte beziehungsweise Kreise beteiligt sind. Keiner hat uns Steine in den Weg gelegt“, sagt die Ingenieurin.

Arbeitsteilung war auch bei Solingen und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis angesagt: „Wir kümmern uns um die Bauplanung und technische Ausführung, der Rheinisch-Bergische-Kreis hat die Fördergelder akquiriert“, berichtet Nina Lajios. Das alles freut auch Arne Moritz, Paul Westeppe und Rainer Deppe. Die 40 Meter lange und etwa 17 Meter breite Behelfsbrücke wird die Verkehrssituation deutlich entspannen.

Denn neben Fußgängern, Radfahrern sowie Autofahrern dürfen auch Lkw und Busse über die Behelfsbrücke fahren – selbst im Begegnungsverkehr. „Die gut eine Million Euro, die die Landesregierung für die Behelfsbrücke zur Verfügung stellt, sind eine sinnvolle Investition“, findet Arne Moritz.

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