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Solingen: Nachfrage an Immobilien ist groß – auch von außerhalb

Messe in Solingen : Nachfrage an Immobilien ist groß – auch von außerhalb

20 Aussteller und viele Besucher: Die 52. Immobilien-Ausstellung der Stadt-Sparkasse war wieder ein Erfolg.

„Und was noch gut ist an Kiel“, frotzelte Robert Gernhardt in einem seiner Cartoons: „Man ist schnell im Elsass.“ Dem Solinger fallen da eher Köln und Düsseldorf ein – haben die doch viel von dem, was der Klingenstadt fehlt. In einem Punkt aber holt Solingen auf und zieht deshalb auch Kölner und Düsseldorfer an: Hier sind für manchen Immobilien noch bezahlbar.

„Wir gehen fest davon aus, dass es auch Anfragen von außen gibt“, sagten Nicolas Spengler und Timur Yilmaz gestern in der Sparkassen-Hauptstelle. An der Kölner Straße stellten die beiden geschäftsführenden Gesellschafter von Falc Immobilien den „Engelsgarten“ vor: Auf dem ehemaligen Betriebsgelände von Lüttgens & Engels an der Nümmener Straße sollen ab Juli / August 22 hochwertige Eigentumswohnungen ab etwa 3300 Euro pro Quadratmeter entstehen.

Bevor das Angebot ins Internet gestellt wird, hatten am Sonntag die Solinger Gelegenheit, sich das Vorhaben erklären zu lassen. „Die Nachfrage ist enorm“, sagten Spengler und Yilmaz. Denn das letzte größere Neubau-Projekt in Gräfrath liege schon lange zurück. Der Abriss der Firmenhallen soll im April beginnen. Spengler: „Der Bagger steht schon da.“ Direkt neben Falc Immobilien hatte sich in letzter Minute noch ein Platz für das Wuppertaler Unternehmen Betonia Bau gefunden. „Wir sind der einzige Anbieter mit Neubau-Reihenhäusern“, erläuterte Frank Simon. Vier Doppelhaus-Hälften und zehn Reihenhäuser zwischen Franken- und Cheruskerstraße sollen Ende des Jahres fertig sein. Geheizt wird mit Fernwärme. Betonia baut mit großen Fertigteilen. Acht so errichtete Reihenhäuser am Schürmannweg wurden im Dezember an die Käufer übergeben. Vermarktet wurden sie in nur vier bis fünf Monaten. Auch gestern gab es schnell viele Anfragen.

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„Wir brauchen Wohnraum“, unterstrich Stefan Jäger. Der Geschäftsführer der Olaf Jansen GmbH vermutet: „Es wird noch viel, viel dramatischer. Die Nachfrage ist auch von außerhalb da.“ Jansen hat eine Voranfrage für einen Neubau in Gräfrath eingereicht. In Ohligs vermarktet der Makler ab Mai seniorengerechte Mietwohnungen an der Ellerstraße. „Da nehmen wir Vormerkungen entgegen.“

Wohnungen zur Miete waren auch bei der Stadt-Sparkasse selbst ein großes Thema. „Wir sind überrannt worden“, sagte Helga Hoebink. Die Sparkasse will 76 der neu entstehenden Wohnungen auf dem Olbo-Gelände kaufen und vermieten sowie 60 weitere als Makler anbieten.

Auch Sam Jordan (raumvision) setzt auf Mietwohnungen. Nachdem er die Post-Siedlung am Südpark renoviert und 73 Wohnungen an die Fundamenta Group verkauft hat, übernimmt raumvision jetzt die Vermietung. Fast die Hälfte der Einheiten sei bereits vergeben. Weitere etwa 50 Mietwohnungen sollen angrenzend an die Straße Birkenweiher entstehen und im Besitz von raumvision bleiben.

„Es werden Jahr für Jahr mehr Besucher“, lobte Jordan die Messe. Über fehlendes Interesse konnte sich auch Klaus Möhn nicht beklagen. Der Sachgebietsleiter beim Gebäudemanagement der Stadt bot vier Baugrundstücke in Solingen, Merscheid und Gräfrath an. „Die Nachfrage ist immer groß. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit Leuten telefoniere, die händeringend Grundstücke suchen.“ Zwei weitere wird die Stadt ab Mai auf ihren Internetseiten anbieten.

Abgerundet wurde die Messe durch Aussteller im Veranstaltungsraum. Dort präsentierten sich die Provinzial, die Polizei, die Stadtwerke, die Genossenschaft BürgerEnergie und Haus & Grund. Erstmals war Fertighaushersteller Streif vertreten.