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Solingen: Mutter soll Sohn mit brühendem Wasser verletzt haben

Solingerin soll Sohn mit brühendem Wasser verletzt haben : Psychisch erkrankte Mutter steht vor Gericht

Über den Notruf wurde am Morgen des 18. Juli die Berufsfeuerwehr alarmiert: Ein 57-jähriger Solinger rief um Hilfe, da sein 18-jähriger Sohn schwer verbrüht worden sei.

Während der junge Mann noch schlief, hatte ihm die eigene Mutter einen Kessel mit kochend heißem Wasser über den Kopf geschüttet. Bei der Behandlung der Brandverletzungen an Gesicht, Arm und Körper musste er im Krankenhaus über längere Zeit in ein künstliches Koma versetzt werden.

Die unerklärliche Tat einer Mutter lässt sich nur aus der Vorgeschichte herleiten: Bereits seit Jahren leidet die 49-jährige Frau an einer schweren Psychose. Sie war deshalb auch in der LVR-Klinik Langenfeld stationär untergebracht. Ohne geregelte Einnahme von Medikamenten, so der Gutachter Dr. Wellmann, sei die Frau unberechenbar. Vor der Tat, das ergab sich aus den Ermittlungen, hatte sie mehrere Tage mit der Einnahme der Medikamente ausgesetzt.

In der Verhandlung vor dem Landgericht Wuppertal wegen des Vorwurfs der Gefährlichen Körperverletzung ging es nur noch der Form halber um ein Strafverfahren. Bereits im Vorfeld wurde daraus ein Sicherungsverfahren mit dem Ziel der Unterbringung der Frau in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Die Schuldunfähigkeit sei unbestreitbar, so der Gutachter in einer kurzen Erklärung. Die schwere Psychose präge sich bei ihr durch jegliches Fehlen eines Realitätsbezugs aus, einer Unfähigkeit zum Zuhören und aggressive Handlungen, die auch Zukunft zu erheblichen Straftaten führen könnten.

Die Vorführung der Beschuldigten in Handschellen aus der Forensik in Bedburg-Hau illustrierte das, der Auftritt trotz Zwangsmedikation war höchst aggressiv, nicht nur dem Gericht gegenüber. Schon beim Abgleich der Personalien, bei der sie ihren Familiennamen ablehnte und sich stattdessen mit ihrem Mädchennamen identifizierte, trat sie unkontrolliert störend auf, war dann wiederum aber auch nicht ansprechbar. Ihre Verhandlungsfähigkeit musste deshalb offiziell festgestellt werden – und die verneinte der Gutachter.

Da es sich nicht mehr um ein Strafverfahren handelt, konnte das Verfahren auch in ihrer Abwesenheit weitergeführt werden. Aber auch jetzt gab es kaum Fortschritte. Der verletzte Sohn, sein Vater und auch der ältere Bruder verweigerten jede Aussage.