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Solingen: Müngstener Brücke auf Weg zum Weltkulturerebe

Vorschlag des Landes Nordrhein-Westfalen : Müngstener Brücke auf dem Weg zum Weltkulturerbe

Einen weiteren Schritt weiter ist getan bei den Bemühungen der Stadt Solingen, die Müngstener Brücke UNESCO-Welterbe werden zu lassen. Die NRW-Landesregierung unterstützt das Vorhaben.

Eine Fachjury hatte der NRW-Landesregierung im Juni bereits empfohlen, die Bewerbung der Müngstener Brücke mit anderen Bauten als UNESCO-Weltkulturerbe weiter zu unterstützen. Doch die Bewerbung hatte nachgebessert werden müssen.

Das geschah offenbar – und schneller als erwartet gab es am Dienstag grünes Licht von der NRW-Landesregierung, was nicht nur in Solingen und Remscheid für große Freude sorgte. Denn von den anfangs insgesamt vier möglichen Kandidaten wurde nun allein die Müngstener Brücke als NRW-Vorschlag ausgewählt. Die Landesregierung schlägt damit das bergische Wahrzeichen als mögliches UNESCO-Welterbe vor. 

Doch soweit ist es noch nicht. Zunächst wird Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke  als nordrhein-westfälischer Vorschlag zur Fortschreibung der deutschen Tentativliste für zukünftige UNESCO-Welterbestätten bei der Kultusministerkonferenz eingereicht. Die Stadt Solingen hatte sich mit dem Stahlkoloss im Rahmen eines transnationalen und seriellen Antrages mit fünf weiteren Großbogenbrücken des 19. Jahrhunderts in Italien, Frankreich und Portugal beworben.

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„Die Entscheidung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung erfüllt mich mit Freude und Stolz. Sie zeigt, dass wir mit unserer Bewerbung in internationaler Gemeinschaft den richtigen Weg eingeschlagen und überzeugt haben“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach. „Ausruhen werden wir uns auf diesem Erfolg aber nicht: Mit Hochdruck geht es nun weiter mit den nächsten Arbeitsschritten.“ Und mit Spannung erwarte man das Votum auf Bundesebene, das 2023 folgen soll.

Denn der Antrag wird jetzt vom Land Nordrhein-Westfalen der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgelegt. Diese entscheidet dann aus den Anträgen aller Bundesländer. Nach dem aktuellen Zeitplan ist die Einreichung des ersten Antrags der neuen Tentativliste beim Welterbezentrum der UNESCO für 2025 vorgesehen.

„Wir haben gute Arbeit geleistet. Unsere Bewerbung in internationaler Gemeinschaft hat überzeugt. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht“, sagt Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Noch mehr als bisher werde die Müngstener Brücke damit zum Aushängeschild für die Region. „Und mit jedem weiteren Schritt werden wir mehr wahrgenommen – auch über die bundesdeutschen Grenzen hinaus“, ergänzt Kurzbach.

Die 107 Meter hohe Eisenbahnbrücke verbindet Solingen und Remscheid. „Zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke haben wir mit unseren Partnern aus Frankreich, Italien und Portugal unsere Unterschriften unter den ersten ,Letter of Intent’ gesetzt. Beim Kongress zum 125. Geburtstag im kommenden Jahr können wir den Erfolg nun gemeinsam feiern“, sagt Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz. Wuppertals Stadtchef Uwe Schneidwind betont: „Wir werden nun unsere ganz Kraft dem Ziel widmen, auf die bundesdeutsche Tentativliste zu kommen.“

Freude herrscht auch bei der Deutschen Bahn: „Die Müngstener Brücke ist nun endgültig auf dem Weg zum Welterbe – und damit zum prominenten Aushängeschild für die Deutsche Bahn“, erklärt Werner Lübberink, Konzernbevollmächtiger in NRW.

Mit Hochdruck geht es nun weiter im Prozess. In allen vier Ländern laufen die Planungen und nationalen Abstimmungen. „Zunächst geht es vor allem darum, eine tragfähige Finanzstruktur zu schaffen. Ziel ist es, eine Stiftung mit Sitz in Solingen zu gründen, die gleichberechtigt von allen europäischen Brücken-Partnern getragen wird“, teilt die städtische Pressestelle mit. Fördervereine in den vier beteiligten Ländern schaffen dafür die Grundlage. Sie sollen zunächst im eigenen Land Freunde und Förderer gewinnen. Der Förderverein „Welterbe Müngstener Brücke“ wurde bereits im März dieses Jahres gegründet.