1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Mountainbike-Strecke eröffnet

Klingentrail : Klingentrail trifft den Nerv der Radfahrer

Zur Eröffnung der Mountainbike-Strecke pilgerten am Sonntag Radsportler aus der ganzen Region ins Bärenloch. Anfänger wie erfahrene Radsportfans zeigten sich von dem 950 Meter langen Kurs begeistert.

Als Streckenbauer Timm Obermann unter dem Jubel des Publikums als Erster die kurvenreiche Fahrlinie ins Tal hinab sauste, standen die Gleichgesinnten unterhalb des Starthügels schon Schlange: „Ein Traum ist wahr geworden“, rief Mitja Girkin, Sportwart Gravity beim Verein Velo Solingen den Gästen zu.

Der Gedanke, wie schön es wohl sein möge, auf den Hügeln am Bärenloch eine Mountainbike-Strecke zu schaffen, habe ihn schon beim „Herumtollen“ in seiner Jugend beschäftigt. Und nicht nur ihn: Sportausschussmitglied Birgit Evertz (Grüne) hatte Anfang 2014 die Idee für ein solches Projekt geäußert und mit dem damaligen Velo-Sportwart Ulfert Gundermann einen engagierten Mitstreiter gefunden.

Nach intensiven Vorarbeiten folgte am Sonntag der offizielle Startschuss für den „Klingentrail“: Bürgermeister Ernst Lauterjung (SPD) schnitt das rote Band durch und gab die Strecke frei. Auf einer Hauptlinie von 950 Metern, bei einem Höhenunterschied von 82 Metern, können die Mountainbiker künftig ihr Können zeigen - oder sich an die Herausforderungen herantasten: Denn von der grünen Anfängerrunde bis zur roten und schwarzen Variante für besonders erfahrene Radsportfans ist am Bärenloch alles dabei:

Das honorierten auch die Fahrer, die am Sonntag, beobachtet von vielen Zuschauern, ihre Runden drehten und Sprünge wagten: „Die Strecke ist schnell, flüssig und übertrifft die Anlage in Winterberg mit großem Abstand“, schwärmte der Wuppertaler Tomte Dorfmüller nach seiner ersten Fahrt auf der anspruchsvolle S-Linie.

Sein Bekannter Marcel Jung-König aus Remscheid pflichtete ihm bei: „Hierher werden wir wohl regelmäßig kommen.“ Strahlend kehrten kurz nach der Eröffnung am frühen Nachmittag auch andere Fahrer wieder an den Ausgangspunkt zurück: „Die Strecke ist gut gebaut, nicht zu schwierig und entspricht total meinen Erwartungen“, sagte der Düsseldorfer Kevin, der sich mit einigen Bekannten auf den Weg in die Klingenstadt gemacht hatte.

Dass die nun auf ihrer hügeligen Fläche eine derartige Sportanlage anbiete, sei „höchste“ Zeit, befand Finn Grimsehl-Schmitz vom Jugendstadtrat. Der hatte das Projekt unterstützt – ebenso wie die Stadt. „Die Zusammenarbeit mit den Stadtdiensten war phantastisch“, lobte Mitja Girkin, der gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Mitstreitern regelmäßig auf das Gelände gekommen war, um den giftigen Bärenklau zu entfernen, Holzstämme beiseite zu schaffen, Hecken am Rande der Strecke anzulegen, Wildblumen zu säen oder einfach Müll zu sammeln.

Aber auch die Organisation kostete viel Zeit - und offenbar auch Nerven: „Es war ein harter, steiniger Weg“, gab Girkin zu. Die Mitglieder von Velo Solingen und Mountainbiker-Freunde aus dem Bergischen Land und Rheinland werden sich auch in Zukunft um die Anlage kümmern. Die wird zunächst bei Nässe gesperrt sein. Später, wenn sich der Boden ein Stück weit „gesetzt“ habe, werde man die Öffnungszeiten allmählich erweitern, betonte Girkin. Und die grobe Idee, den Klingentrail zu erweitern, gebe es auch bereits. Auch für künftige Aktivitäten sagte Lauterjung den Mountainbikern Unterstützung zu.

Neben Mitteln der Sportpauschale des Landes NRW, die die Stadt Solingen bereitstellte, profitierten die Planer von Spenden und Sponsorengeldern - unter anderem auch von der Stadt-Sparkasse Solingen. Das Kreditinstitut steuerte 10.000 Euro zum Gelingen des Projektes bei. „Es ist ein einzigartiges Projekt in der Region, das uns sofort überzeugt hat“, sagte deren Vorstandschef Stefan Grunwald.

Und auch seine zwei Vorstandskollegen zeigten sich nach einer ersten Fahrt auf dem Klingentrail begeistert: Das stellvertretende Mitglied Andreas Tangemann etwa kündigte an: „Ich freue mich schon darauf, beim nächsten Mal mit meinen Kindern wiederzukommen.“