Solingen: Modellprojekt Kunststoff-Brücke?

Höhscheid: Modellprojekt Kunststoff-Brücke?

Die Universität Wuppertal könnte am Balkhauser Kotten eine neue Bauweise testen.

Ein Modellprojekt der Uni Wuppertal könnte die Pläne für eine neue Brücke am Balkhauser Kotten entscheidend voranbringen. Nicole Molinari, Vorsitzende des Kuratoriums Balkhauser Kotten, setzt einige Hoffnungen auf einen neuartigen faserhaltigen Baustoff, der bisher an Brücken kaum verwendet wurde. Nach ihrer Kenntnis könnte dies die Kosten senken, die bei der Stadt als Eigentümerin anfallen. Bevor es dazu kommt, seien aber noch einige Dinge zu klären, erklärte Rathaus-Sprecherin Sabine Rische.

Die kleine Brücke, die den Kotten mit dem Balkhauser Weg verbindet, ist seit fünf Jahren aus Sicherheitsgründen für Fahrzeuge gesperrt. Deswegen müssen die ehrenamtlichen Helfer des Museums auch tonnenschwere Ladungen mit Schubkarren zum Kotten transportieren. Im Haushalt der Stadt Solingen sind für den Neubau laut Rische 158.000 Euro eingeplant. Weiteres Geld – in der Vergangenheit ging man von 65.000 Euro aus – dürfte die Sanierung der Stützmauern im Bereich der Brücke kosten. Eine erste Ausschreibung war nicht erfolgreich, weil sämtliche von den Firmen abgegebenen Angebote zu teuer waren. Das günstigste Angebot lag bei mehr als 220.000 Euro.

Die Technischen Betriebe (TBS) haben deshalb laut Rische nach wirtschaftlich vertretbaren Alternativen gesucht. Eine Brücke aus einem neuen Baustoff – Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) – könnte demnach möglicherweise eine solche Alternative sein. Dies müsse zuvor aber technisch „bis ins Letzte“ geprüft werden. Auch wenn diese Tests positiv verlaufen, müsse sich die Stadt an geltendes Vergaberecht halten.

„Aktuell wird eine erneute Ausschreibung vorbereitet“, berichtet Rische. Klar sei, dass dabei jener Anbieter den Zuschlag erhalten müsse, der das günstigste Angebot abgibt. Ob es am Ende also auf ein Modellprojekt der Bergischen Uni hinauslaufe, könne sie jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen. „Vorsichtiger Optimismus“ sei aber angebracht.

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Beim Kuratorium wäre man laut Molinari jedenfalls mit einer solchen Lösung einverstanden. Die Bauweise mit GFK wäre wahrscheinlich sogar günstiger als eine konventionelle. Molinari hofft, dass die Brücke noch in diesem Jahr errichtet werden kann. Nach ihrer Kenntnis wäre bei einem Modellprojekt ein Baubeginn im Sommer dieses Jahres möglich. Dann dürften die Arbeiten innerhalb von Wochen über die Bühne gehen. Die Feste am Kotten sollen davon nicht beeinträchtigt werden.

Für den Neubau der Brücke hatte der Stadtrat im Dezember zusätzliche 50.000 Euro bewilligt. Seitdem erscheint eine Realisierung des Projekts greifbarer. Ob die 65.000 Euro für die Ufermauern tatsächlich zur Verfügung stehen, lässt man bei der Stadtverwaltung aber offen. Anfang Dezember hatte es wegen dieser Zahlen Verwirrung gegeben.

In der Zwischenzeit war man nach Molinaris Angaben nicht untätig. Mehrfach habe man ihr vonseiten der Stadt versichert, dass hinter den Kulissen an der Sache gearbeitet werde.

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