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Solingen: Mildes Urteil trotz vieler Diebstähle​

Solingerin war Hauptangeklagte eines geständigen Trios : Mildes Urteil trotz vieler Diebstähle

Das Landgericht Wuppertal verhängt Haftstrafen bis zu drei Jahren und sechs Monaten für ein Trio, das zahlreiche Einbrüche gestanden hat.

Eines muss man wohl so sagen: Für die kriminelle Energie, mit der die Angeklagten bislang in ihrem Leben zu Werke gingen, darf man das nun in Sachen „Bandendiebstahl“ gefällte Urteil als milde bezeichnen: Drei Jahre und sechs Monate Haft für die Hauptangeklagte aus Solingen, ebenfalls drei Jahre und sechs Monate beziehungsweise ein Jahr und sechs Monate für die Mittäter. Alle drei hatten ihre jeweiligen Beteiligungen an den Taten gestanden, die Beweisaufnahme fiel nicht zuletzt deshalb weniger umfangreich aus als ursprünglich geplant.

Einbrüche in einen Proberaum, Diebstähle von Werkzeugen aus abgestellten Fahrzeugen oder gleich die Autos und Lkw geklaut – die Angeklagten hatten ordentlich zugelangt, um das Diebesgut später zu Geld machen zu können. Das Gericht hatte vor allem auch die Frage zu klären, ob es sich um eine „Bande“ gehandelt habe. Die angeklagten Männer und die Frau kannten sich, aber haben sie sich auch abgesprochen für die Diebstahlstaten? Nie waren sie bei den Diebestouren gemeinsam zu Werke gegangen. Ein Bindeglied war vor allem die Frau: Sie hatte Beziehungen zu beiden Mitangeklagten., über die sie nun sagt: „Wir sind getrennt. Wir haben viel Mist gebaut.“

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Nicht nur die Liste der nun angeklagten Taten war lang, auch die Bundeszentralregister-Auszüge der drei Angeklagten hatten es in sich. Dort wird all das aufgelistet, was bereits in den vergangenen Jahren zu einer Verurteilung geführt hatte. Die Solingerin hatte sich erst vor zwei Jahren eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, nachdem sie von Nachbarn beim Diebstahl von Werkzeugen aus einem Lkw beobachtet worden war. Nach fünf roten Ampeln und Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h war sie in der Hecke eines Vorgartens gelandet und dort von einem Polizei-Hundeführer aufgespürt worden.

Einer der beiden Mitangeklagten war mit einem Schlüssel ins Solinger Klinikum eingebrochen, um dort aus den Personalräumen der Kinderstation unter anderem Marken-Klamotten und einen Laptop zu stehlen. Zwischen fünf und neun Einträgen, teilweise mit Haftstrafen: Keine leichte Sache, inmitten solcher Vorverurteilungen zu einer positiven Sozialprognose zu kommen.

Das sah auch der Vorsitzende Richter so, der sich an die 31-Jährige mit den Worten wandte: „Man fragt sich, ob man Ihnen die Wende zutrauen kann oder ob sie einfach so weitermachen.“ Zuvor hatte die Angeklagte beteuert, in der Justizvollzugsanstalt eine Therapie machen zu wollen.

Der jüngere der beiden Mitangeklagten bedauerte, selbstverschuldet keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter zu haben. Die sei mit seinen Straftaten nicht klargekommen und habe eine Selbsthilfegruppe besuchen müssen. Nun also kommen mit den Verurteilungen weitere Einträge im Bundeszentralregister hinzu.

Bleibt zu hoffen, dass die Angeklagten ihre Lehren daraus ziehen und sich vor allem auch aus den emotionalen Verstrickungen hinein in ein kriminelles Umfeld lösen können.