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Solingen: Messer-Kunstwerk bei Marmor Pauly

Blickfang aus der Klingenstadt Solingen : Zwei Meter hohes Messer aus Naturstein

Marmor Pauly hatte die Idee – Steinbildhauermeister Hartmut Hegener fertigte das Messer. Vorlage ist ein Mertens-Besteck.

Gut in der Hand liegt es nicht. Dafür ist es viel zu groß. Gut 2,30 Meter misst es in der Höhe, und aus Stahl gefertigt ist das Messer auch nicht. Vielmehr aus Naturstein. Genauer gesagt ist der Griff aus geschliffenem Anröchter Grünstein, einem Kalksandstein aus der Gegend um Soest. „Die fein geschliffene Klinge ist aus Belgisch-Granit“, sagt Armin Pauly.

Der 74-jährige Architekt und Bau-Ingenieur hatte die Idee zu dem überdimensionalen Messer, das jetzt auf dem Firmengelände von Marmor Pauly an der Brühler Straße einen vorübergehenden Standort hat. Dort hat auch der selbstständige Steinbildhauermeister Hartmut Hegener sein Atelier und seine Werkstatt. Anlässlich der zehnten Auflage der Solingen-Messe fertigte er das insgesamt gut 300 Kilogramm schwere Messer an.

Der Kontrast zwischen dunklerer Klinge und hellerem Griffstück wird durch den unterschiedlichen Schliff unterstützt. Das Messer aus Naturstein wurde zudem auf einen Sockelstein aus Schwarz-Schwedisch aufgebaut – und sollte eigentlich ein Blickfang auf der Solingen-Messe sein.

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Doch vor dem Haupteingang der Eissporthalle – direkt gegenüber dem Firmengelände von Marmor Pauly an der Brühler Straße – fiel das steinerne Kunstwerk nicht sonderlich auf, weil viele Messegäste den Eingang auf der gegenüberliegenden Seite der Eissporthalle nutzten. Die Fachzeitschrift Stein fand indes Gefallen an der Arbeit und zeichnete die „steinerne Ansichtskarte aus Solingen“ zur Skulptur des Monats aus. „Hübsch unhandlich“ heißt es in der Beschreibung des Fachmagazins. Und Ideengeber Armin Pauly weiß: „Ein Messer muss nicht immer aus Stahl sein.“

Armin Pauly stieg im Jahr 1971 ins Familienunternehmen ein, das bereits hundert Jahre zuvor 1871 gegründet worden war. „Die Familientradition reicht aber noch viel weiter zurück“, erzählt der 74-Jahrige. „Ein Pauly als Steinhauer wurde bereits 1719 urkundlich erwähnt. Von daher können wir auf eine nahezu 300-jährige Familientradition zurückblicken.“

So alt ist die Besteckvorlage, die für das übergroße Steinmesser diente, nicht. Gleichwohl ist es ein Klassiker aus dem Hause Mertens vom Krahenhöher Weg. „Als Vorlage diente unser Bauhaus-Besteck Worpswede“, sagt Curt Mertens von Mertens International. Hergestellt wurde dieses Besteck ab 1932. „Dieses alte Muster ist immer noch sehr gängig und beliebt. Und es besticht auch durch das neutrale Design“, findet Curt Mertens.

Seit der Solingen-Messe – im Juni veranstaltete Pauly zeitgleich auch eine Kunstausstellung mit verschiedensten Materialien von Bildhauern und Malern – steht das Messer-Kunstwerk nun auf dem Werksgelände von Marmor Pauly. Doch das könnte sich ändern. „Wir sind in Verhandlungen, eventuell das Messer zu übernehmen“, sagt Curt Mertens. Ein Anlass wäre ohnehin gegeben: Kommendes Jahr feiert das Besteck- und Schneidwaren-Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen.