Solingen: Marode Wupperbrücke wird demontiert

Wupperbrücke : Brücke wird im Sommer abgerissen

Erst nach den Sommerferien soll nach aktuellen Planungen die marode Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath demontiert werden. Nach dem Abriss wird eine neue Brücke bis Frühjahr 2021 gebaut.

   Die Baukonjunktur boomt. Gleichwohl haben sich mehrere Unternehmen an der Ausschreibung für den Abriss und den Neubau der Wupperbrücke zwischen der Haasenmühle und Nesselrath beteiligt. Immerhin handelt es sich um ein Auftragsvolumen von rund 3,6 bis 3,8 Millionen Euro. „Die Angebote werden jetzt geprüft. Ende Mai soll die Auftragsvergabe erfolgen“, sagt die Pressesprecherin der Stadt Solingen, Sabine Rische, auf Anfrage unserer Redaktion.

Mit dem Abriss des maroden Brückenmauerwerks wird voraussichtlich aber erst nach den Sommerferien begonnen werden. Die Brücke wird dafür eingerüstet, damit die in die Jahre gekommene Konstruktion kontrolliert zurück gebaut werden kann. Das wäre Ende August beziehungsweise Anfang September dieses Jahres. „Nach der Auftragsvergabe muss das ausgewählte Unternehmen ja zunächst in die detaillierte Planung einsteigen“, erklärt Sabine Rische. Ist die alte Brücke abgebaut, kann der Neubau einer Spannbetonbrücke mit Mittelstützen unverzüglich danach beginnen. „Wie geplant soll die neue Brücke im Frühjahr 2021 befahrbar sein“, sagt Rische mit Blick auf die Zeitplanung.

Beim Brückenschlag über die Wupper an der Leichlinger Straße greift wie schon bei der Realisierung der Behelfsbrücke die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Solingen und dem Rheinisch-Bergischen-Kreis. Der Nachbarkreis kümmert sich um Fördermittel, Solingen ist für die Bauplanung und die technische Ausführung zuständig. Bei der Behelfsbrücke, die kurz vor Weihnachten für Fahrzeuge bis zu 30 Tonnen freigegeben worden war, fielen Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro an. Das Land NRW fördert davon 60 Prozent, Solingen und der Rheinisch-Bergische-Kreis investieren jeweils 360.000 Euro.

Mit der Eröffnung der Behelfsbrücke ist jedenfalls ein Nadelöhr verschwunden. Denn über die marode Wupperbrücke wenige Meter weiter, die seit Monaten gesperrt ist, konnten lediglich Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen fahren – und das auch nur einspurig. Lastwagen und Busse mussten eine Umleitung fahren.

Die Sperrung der 1952 erbauten Wupperbrücke war im Sommer 2017 erforderlich geworden, nachdem die Risse unterhalb der Brücke an den Stützen deutlich größer geworden waren. Im Zuge regelmäßiger Überprüfungen waren die Schäden an der Wupperbrücke nahe der Haasenmühle aufgefallen.

Da sich die rund 40 Meter lange und gut zehn Meter breite Behelfsbrücke in einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet findet, muss das zweispurige Provisorium nach Eröffnung der neuen Wupperbrücke voraussichtlich im Frühjahr 2021 wieder abgebaut werden. Am dortigen Wupperbereich, so Projektleiterin Nina Lajios von den Technischen Betrieben Solingen, „wird alles wieder in den Ursprungszustand versetzt“.

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