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Solingen: Solingen lockt Investoren

Solingen : Solingen lockt Investoren

Die Klingenstadt wird zunehmend auch für ausländische Investoren interessant. Russen und Chinesen etwa interessieren sich für das Know-how und schätzen den weltweit guten Ruf des Industriestandorts.

Alexander Soloveyev kam Anfang Juli nach Solingen. Der 37-jährige Unternehmer aus Moskau baut Industriemaschinen zur Süßwarenherstellung. Bei einer Visite der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) in Gräfrath lernte Soloveyev den Solinger Maschinenbauingenieur Eugen Ordowski kennen. Dann ging alles Schlag auf Schlag. Mit Unterstützung Ordowskis gründete der Unternehmer aus Moskau die Firma Advanced Neofood Maschinery GmbH und mietete eine Halle an der Lützowstraße an. Der Unternehmer ist weltweit auf Messen unterwegs und derzeit schwer zu erreichen. Die ersten Mitarbeiter wurden aber bereits eingestellt, berichtet sein Berater Eugen Ordowski. In der Halle an der Lützowstraße werden bereits erste Fertigteile montiert. Eine erste, fertige Maschine aus der Solinger Werkshalle soll bereits im Januar auf der Kölner Süßwarenmesse "Prosweat" vorgestellt werden.

Die räumliche Nähe zur Süßwarenfachschule, aber auch der gute Klang der Industriestadt Solingen hätten den russischen Investor an den Standort gelockt, berichtet Ordowski. "Er will die Firma jetzt schnell ans Laufen bringen." Gebäck, Pralinen, Kekse — die in der Solinger Werkskalle zusammengebauten Süßwarenmaschinen produzieren zwischen 50 000 und eine Million Stück. Als Investitionsvolumen seien zwei bis drei Millionen Euro veranschlagt. Etwa 50 bis 60 Mitarbeiter könnten auf Sicht an der Lützowstraße beschäftigt werden.

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Solingen wird zunehmend attraktiv für ausländische Investoren. Genaue Zahlen liegen weder der Solinger Wirtschaftsförderung noch der bergischen Industrie- und Handelskammer vor. Für die IHK liegen die Vorteile solcher Investments aber auf der Hand: "Aus ökonomischer Sicht ist das ein Vertrauensbeweis in den Standort und in seine Mitarbeiter", sagt Hugo Sattler, der als IHK-Geschäftsführer für den Außenhandel zuständig ist.

In der Regel führten solche ausländische Investments zu einem langfristigen Engagement. Noch im August hatte der Besuch einer chinesischen Delegation im Solinger Traditionsbesteckhaus Carl Schmidt Sohn für Aufmerksamkeit gesorgt. Das 1829 gegründete Unternehmen war im September 2011 unter das Dach der chinesischen Linkfair-Gruppe (s. Info) gekommen.

Neuer Eigentümer ist die AD Charterhouse Europe GmbH. Der Backsteinbau an der Saarstraße soll nun Europa-Zentrale für Linkfair werden. Seit 1992 vertreiben die Solinger bereits Bestecke aus Fernost. Was China angeht, ist die Nachbarstadt Wuppertal beim Anwerben ausländischer Investoren bereits mehrere Schritte weiter. Gestern wurde das neue Chinesische Kompetenzzentrum der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter Beteiligung von Wirtschaftsförderung, IHK, Bergischer Universität und örtlichen Kulturinstituten wie dem Engelshaus soll das neue Zentrum die bereits intensiven Kontakte zur chinesischen Region Xinxiang weiter vertiefen.

(RP/url)