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Solingen: Liebfrauen zwischen Chaos und Hoffnung

Aus den Solinger Gemeinden : Liebfrauen zwischen Chaos und Hoffnung

Unter dem Motto „Lichtblick in dunklen Zeiten!?“ nimmt das Krippenteam der katholischen Gemeinde St. Sebastian im Aufderhöher Gotteshaus Bezug auf die Gegenwart.

„Nicht mal hier kommt man an Corona vorbei“, werden wohl manche Besucher der Kirche Liebfrauen stirnrunzelnd gedacht haben, als sie zum ersten Advent an die Krippe traten. Denn zum Auftakt der Vor-Weihnachtszeit wurde die stufenförmige Modelllandschaft zum „Risikogebiet“ – mit Verbotsschildern, dem Hinweis auf Hygieneregeln und dem Wegweiser zum „Corona Testzentrum.“ Aus einem Zweig ragte zudem die „Coronaschutzverordnung“ hervor.

Ambivalente Reaktionen auf diese Präsentation nahmen die Gestalter in Kauf: „Eigentlich wollen wir von dem Thema am liebsten nicht mehr hören“, betont Andrea Heinz, die zugleich Mitglied in Ortsausschuss und Krippenteam ist. „Aber wir haben das Thema dennoch aufgegriffen, weil es unser Leben aktuell prägt und sehr gut zum Evangelium am ersten Advent passt.“ Denn das bildete die Endzeitrede aus dem Markusevangelium, in der Jesus die Menschen zur Wachsamkeit mahnt.

Dieses Chaos, wie Heinz es beschreibt, ist inzwischen Hoffnung spendenden Motiven gewichen. Im wöchentlichen Wechsel stehen verschiedene Krippenfiguren – von den Hirten bis zu Joseph und Maria – im Mittelpunkt und verbreiten Mut und Zuversicht. Zum zweiten Advent trat dabei der Erzengel Gabriel als Bote Gottes, Beistand und Trostspender auf. Passende, zum Teil von den Organisatoren selbst verfasste Begleittexte werden in jeder Sonntagsmesse vorgetragen und liegen zum Mitnehmen aus. „Sie sollen Gedankenanstöße geben“, erklärt Heinz.

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Biblische Überlieferung ins Hier und Heute zu holen, ist nicht erst seit diesem Jahr ein besonderes Anliegen des Krippenteams an der Löhdorfer Kirche, die zur katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian gehört: Zum dritten Mal gestaltete die Gruppe eine „Konzeptkrippe“. „Im Jahr 2019 haben wir uns mit dem Thema Klimaschutz befasst“, sagt Heinz. Diesmal geht es am Ende eines bekanntermaßen seltsamen Jahres um einen „Lichtblick in dunklen Zeiten“.

In Eigenarbeit schufen die Mitglieder des Krippenteams sowohl die von einem Rundbogen eingerahmte Krippe selbst als auch deren Figuren. Welche davon an Heiligabend in den besonderen Fokus rücken wird, um von ihren Eindrücken aus der Krippe zu erzählen, bleibt noch offen. Aussichtsreiche Kandidaten gibt es genug.

Das Hintergrundbild, in das die Krippenlandschaft eingebettet ist, stellte übrigens Fotograf Uli Preuss zur Verfügung. Und das verlegt die Weihnachtsgeschichte kurzerhand von den Hügeln rund um Bethlehem mitten in vertraute Gefilde: Es zeigt tief verschneite Wälder rund um den Balkhauser Kotten – und die vorbeiplätschernde Wupper.