Solingen/Leverkusen: Gespräche zu Klinikum-Verbund gehen weiter

Krankenhaus-Kooperation : Gespräche zu Klinikum-Verbund gehen weiter

Die Oberbürgermeister von Solingen und Leverkusen bekräftigen den Willen für eine Kooperation.

(uwv) Eine Kooperation der beiden städtischen Krankenhäuser Solingen und Leverkusen ist nach wie vor möglich. Zumindest bekräftigten die Oberbürgermeister Tim Kurzbach (Solingen) und Uwe Richrath (Leverkusen) am Donnerstag ihren Willen dazu und kündigten an, die Gespräche dafür fortzusetzen.

In einer gemeinsamen Erklärung beider Rathäuser wird als Begründung auch die von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann vorgestellte Krankenhausplanung für NRW angeführt. Laumann möchte die knappen Investitionsmittel des Landes in der fortgeschriebenen Krankenhausplanung konzentrierter einsetzen, um so eine optimalere Gesundheitsversorgung zu erreichen. Dies sei ein Herausforderung insbesondere für kommunale Krankenhäuser, heißt es aus dem Rathaus.

„Der Trend auf Landesebene geht in Richtung weiterer Konzentration der knappen Ressourcen. Dem wollen und werden wir uns stellen, da wir zusammen die vom Land gewünschte optimierte medizinische Ausrichtung erreichen können“, erklären die beiden Oberbürgermeister und kündigen an, „sich jetzt zunächst auf die Kooperation im medizinischen Bereich zu konzentrieren“.

Kurzbach und Richrath haben in den vergangenen Wochen erkannt, dass ein Verbund nur schrittweise entwickelt werden kann. Da gelte es auch, behutsam verschiedene Mentalitäten aneinander anzugleichen. „Uns ist bewusst, jede Seite muss hier Kompromisse eingehen, was auch jeweils vor Ort braten werden muss“, sagen Tim Kurzbach und Uwe Richrath. Ziel der beiden Verwaltungschefs ist es, „den Bürgern auch in Zukunft eine optimale Gesundheitsvorsorge auf Höhe der Zeit in unseren Städten anzubieten“.

Die Kliniken Solingen und Leverkusen führen seit Herbst vergangenen Jahres Gespräche über eine Zusammenarbeit, um Kosten zu sparen. Allerdings kündigte Leverkusen im Juni dieses Jahres überraschend an, die Gespräche auszusetzen. Unter anderem wurde das damit begründet, mit dem bisherigen Tempo bei der Ausgliederung von Teilbereichen im Klinikum Solingen eher unzufrieden zu sein. Eine Einschätzung, die man in Solingen indes nicht nachzuvollziehen vermochte. „Es gibt keine Veranlassung, den Prozess aufzuhalten“, hieß es Ende Juni.

„Zeitnah“ sollen die Gespräche nun fortgesetzt werden – zumal aus Solinger Sicht ein Verbund die Wirtschaftlichkeit des Städtischen Klinikums durchaus verbessern könnte. Denn das Haus an der Gotenstraße steht unter Kostendruck: Im Geschäftsjahr 2018 hatte das Krankenhaus ein Minus von rund 3,34 Millionen Euro verbuchen müssen.

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