1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Kunstrasenplatz soll erheblich teurer werden

Kunstrasenplatz : 13. Kunstrasenplatz teurer als geplant

Das Projekt 13. Kunstrasenplatz in Solingen, der an der Höher Heide in Aufderhöhe gebaut werden soll, ist in die Zielgerade eingebogen. Der Sportausschuss beschäftigt sich am 10. März mit dem Vergabeverfahren.

Die Planung und der Bau des neuen Kunstrasenplatzes Höher Heide II in Aufderhöhe sind mit schnellem Fußball-Angriffsspiel und Torabschluss nicht zu vergleichen. Im Gegenteil: Das Projekt gestaltet sich seit fast zwei Jahren eher zäh – und muss nach Informationen unserer Redaktion jetzt auch erhebliche Mehrkosten verkraften: Allein die Herrichtung des Freigeländes kostet nach Informationen unserer Redaktion rund 700.000 Euro mehr als geplant.

Im April 2019, also vor fast zwei Jahren, herrschte bei den Sportfreunden in der Klingenstadt große Freude. Denn Bundesmittel in Höhe von rund 2,08 Millionen Euro aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ wurden der Stadt für die Anlage eines neuen, den dann 13. Kunstrasenplatz avisiert. Der Platz an der Höher Heide in Aufderhöhe ist als Ersatz für den weggefallenen Kunstrasenplatz im hinteren Bereich des ehemaligen Stadions am Hermann-Löns-Weg in Ohligs vorgesehen. Dort ist mittlerweile Wohnbebauung entstanden.

In Aufderhöhe dagegen ist die Fläche für den Kunstrasenplatz zwar ausgeguckt. Doch nach wie vor schaut der Fußballfreund auf eine grüne Wiese. Denn die Freigabe der Fördergelder des Bundes zog sich in die Länge. Erst kurz vor Weihnachten 2019 war der lang ersehnte Förderbescheid endlich in Solingen eingetroffen. Das hieß aber nicht, dass nun das Verfahren zügig Fahrt aufnehmen konnte.

Denn zunächst war eine weitere Hürde zu überwinden – eine „baufachliche Stellungnahme“. Die ist für die endgültige Freigabe der Fördermittel erforderlich. Das Gespräch zwischen Mitarbeitern der Stadt, dem Landesbetrieb Bauen und der Oberfinanzdirektion Münster sollte schließlich Anfang Juni vergangenen Jahres stattfinden. Coronabedingt gab es aber Verzögerungen. Abschließende Fragen konnten indes geklärt werden, der endgültige Förderbescheid liegt dem Stadtdienst Sport und Freizeit aber seit einigen Monaten vor. Damit war auch der Weg für die Ausschreibung frei. Im Dezember 2020 hieß es: „Die Ausschreibung läuft. Vergabe ist im Januar.“

Doch die Stadtverwaltung hält sich bedeckt im Rahmen des Verfahrens und verweist auf den Sportausschuss, der am 10. März tagt. Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung soll dann über den Stand der Vergabe berichtet werden. „Genehmigung einer Dringlichkeitsentscheidung über die Vergabe eines Auftrages zur Erstellung der Freianlagen - Los 1 - der Freisportanlage Höher Heide 2“ heißt der Tagesordnungspunkt. Dringlich ist die Vergabe vor allem deshalb, weil Bindungsfristen eingehalten werden müssen. Konkret heißt das: Die Vergabe für die Erstellung des Freigeländes ist bereits unter Dach und Fach. Und soll zu einem Preis geschehen, der in etwa der Höhe der Fördergelder entspricht. Allerdings müssen offenbar Umkleiden und technische Gebäudeteile erneut ausgeschrieben werden. Vor allem deshalb, weil für diese Losgrößen bisher keine Angebote abgegeben worden sind. Mit Baukostenerhöhungen war zwar gerechnet worden. Doch müssen diese im Rahmen der Haushaltsverabschiedung kompensiert werden.

Klar ist: Baurecht und Baugenehmigung für die Umsetzung des Projektes in Aufderhöhe liegen vor. Doch selbst wenn jetzt das Bauvorhaben konkret in Angriff genommen wird, dürfte das Fußballspielen auf dem 13. Kunstrasenplatz in diesem Jahr nicht mehr gelingen: Mit ein- bis eineinhalb Jahren Bauzeit muss gerechnet werden. Die Eröffnung des Platzes in Aufderhöhe wird von daher erst im Jahr 2022 erfolgen können.